Der Japanische Feuerbauchmolch
Cynops pyrrhogaster sasayamae (Boie,1826)
"Meiner Schätzung nach übertrifft der feuerbäuchige Molch an Häufigkeit
fast noch unsere vier deutschen Tritonen zusammengerechnet; ich kann mich
überhaupt nicht entsinnen, jemals einen Wassergraben in
Japan, sei es im Walde oder auf dem Felde oder in städtischen Anlagen
und Tempelhainen, untersucht zu haben,
ohne auf diesen schwarzen, grobkörnigen Gesellen zu stoßen."
So schrieb der frühe Molchforscher Paul Krefft 1905 über den japanischen Feuerbauchmolch.
(Krefft, Paul: Batrachier- und Reptilienleben in Japan- Der Zoologische Garten, Jena, 46 (5): 144-153.)
1) Typisch: Mittelgroßer bis großer, robuster Wassermolch. Besonders bei den Männchen auffällig große Parotiden (Nackenwülste),
Oberseite grobkörnig, schokoladenbraun bis braunschwarz, Bauch mit unterschiedlichen, leuchtend roten Netzmustern auf schwarzem
Grund, Schwanzfaden bei
Männchen lang, Weibchen oftmals mit sehr kurzem Schwanzfaden.

Typisches Männchen von Cynops pyrrhogaster sasayamae in voller Paarungstracht. Dieses Tier ist relativ dunkel.
Beachte die stark ausgeprägten Parotiden und die angeschwollene Kloake. Foto: Chr. Schwerdt

Typisches Weibchen von Cynops pyrrhogaster sasayamae in voller Paarungstracht. Man beachte die kleineren, wenngleich deutlichen
Parotiden, die Massige Gestalt und die kleinere Kloake. Auffällig ist bei den Weibchen auch der längere Schwanz und der kürzere
Schwanzfaden (ca.2mm).
2) Beschreibung: Die Beschreibung dieses äußerst variablen, vielgestaltigen Tieres ist keine dankbare Aufgabe, man könnte sich in
Bänden darüber auslassen. Ich werde es trotzdem versuchen. Es handelt sich bei Cynops pyrrhogaster sasayamae, davon abgesehen,
unangezweifelt um einen der schönsten Wassermolche weltweit; nur der heimische Bergmolch und vielleicht der Kaukasus- Bandmolch
(Triturus vittatus ophryticus), werden ihm den Rang ablaufen können. Diese Arten eignen sich aber nur sehr bedingt für eine Haltung im
Zimmeraquarium.
Die Männchen sind durchschnittlich 12- 13, die Weibchen 15-16 cm lang. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist eine
robuste Gestalt, eine schokoladenbraune bis braunschwarze Grundfärbung und eine leuchtend rotorange bis sehr dunkelrote Netzeichnung
auf dem Bauch.
Allgemein sind bei den Männchen die roten Bauchanteile größer und die Netzartigen Flecken breiter. Darüber hinaus haben sie in
Wassertracht wesentlich höhere Schwanzsäume und einen bis 1,6 cm langen Schwanzfaden, welcher in seltenen Fällen aufgeteilt sein
kann. Schließlich läuft der Kopf der Männchen zur Schnauze hin schmaler zu und ihre Kloake ist in der Fortpflanzungsperiode deutlich
angeschwollen, von unten her gesehen eher abgerundet viereckig.
Während der Paarungszeit sind Schwanz, Schultern, Kopf und Flanken der Männchen in unterschiedlichem Maße bläulich gefärbt,
ansonsten sind höchstens einige rote Flecken oder ein schwacher blauer Schimmer zu erkennen. Auf den blauen Flanken der Schwänze
findet man während der Brunft nicht selten große , rundliche oder halb herzförmige dunkle Flecken, welche außerhalb dieser Zeit mit der
dunklen Grundfarbe teilweise verschmelzen.
Die Weibchen sind deutlich größer und massiger als die Männchen; ihre Köpfe sind breiter und spitzen sich weniger zu, die Schwänze sind
prozentual im Verhältnis der Körperlänge ca. 20- 25% länger als jene der Männchen. Ihr Schwanzfaden ist meist kurz, höchstens 2,5 mm
lang. Die Kloake bleibt auch in der Paarungstracht relativ klein, von unten gesehen erscheint sie rundlich bis oval.
Die Parotiden (Ohrdrüsenleisten) sind auch bei den Weibchen deutlich erkennbar, wenngleich nicht so groß wie bei den Männchen.
Eine blaue/bläuliche Brunftfärbung fehlt bei den Weibchen, allerdings zeigen wenige Weibchen hellblaue/ blaugraue Flecken über den
Körper verteilt, welche sind im Laufe des Jahres aber nicht verändern. Häufiger sind rötliche Flecken entlang der Flanken, von den
Parotiden ausgehend und an den Seiten des Schwanzes.
Die Bauchseite von Cynops pyrrhogaster sasayamae ist höchst variabel, gemeinsam ist allerdings das Netzzeichnungsmuster, was aber
bei einigen Tieren teilweise zu Linien in der Mitte oder an den Seiten verschmelzen kann. Diese sind aber dann immer wie die
Netzzeichnung gewinkelt und gezeichnet. Besonders bei dunklen Tieren finden wir in den schwarzen Netzkernen auch kleine weißlich gelbe
Punkte auf dem Bauch, bei manchen Männchen wiederum werden die roten Netzeichnungen von bläulichem Schimmer umrahmt.
Nachfolgend eine Fotoübersicht über verschiedene Zeichnungsvarianten dieser Unterart:


Verschiedene Bauchzeichnungsmuster bei Cynops pyrrhogaster sasayamae. Das Weibchen links zeigt eine für diese Unterart typische
Musterung. In der Mitte erkennt man ein weiteres Weibchen, hier läuft die typische Netzzeichnung aber in der Mitte zu einer zentralen Linie
zusammen. Beachte auch die weißen Flecken links und rechts, wie sie bei C. p. sasayamae des öfteren auftreten, aber in diesem Falle
ebenso aufällig linienförmig links und rechts angeordnet sind.
Das Männchen rechts tanzt allerdings vollkommen aus der Reihe. Hier erkennen wir ein Netz, das rechts, links und in der Mitte zu drei
dicken Linien zusammenläuft. Weiße oder gelbe Flecken sind nicht erkennbar, der Schwarzanteil am Bauch ist überaus gering.
Es ist das größte Männchen meiner Gruppe, eventuell ist es allerdings ein sasayamae, der einer weiter östlichen Übergangsform angehört
(vgl. unten) Fotos: Chr.Schwerdt
3.) Systematik: Innerhalb der Urodela (den Schwanzlurchen; Molchen, Salamandern, Olmen usw.) zählt Cynops pyrrhogaster sasayamae
zu der Familie Salamandridae, zu welcher auch unsere sauerländischen Molche und Salamander gehören. Diese Familie hat ihren
Verbreitungsschwerpunkt in der alten Welt, Verbreitungszentren
sind hierbei der Mittelmeerraum und China. In Japan finden wir hingegen außer einigen primitiven Vertretern der Gattung Echinotriton nur
zwei Salamandriden und zwar Cynops pyrrhogaster wie den nachfolgend beschriebenen Cynops ensicauda.
Genetischen Untersuchungen nach stehen diese Molche trotz ihrer ökologischen Ähnlichkeit mit den heimischen Tritonen den
Fliesswasserbewohnenden asiatischen Gattungen Pachytriton und Paramesotriton näher; (vgl. hierzu Weisrock [u.a.], 2006.).
Cynops pyrrhogaster sasayamae ist innerhalb der Gattung Cynops relativ eng mit den anderen Formen der Art Cynops pyrrhogaster
verwandt, einem
nebulösen Gemisch verschiedener Populationen japanischer Feuerbauchmolche, die aber etymologisch teilweise deutlich von ihm isoliert
sind (vgl. Bachhausen 2003, Kawamura & Sawada 1959). Von diesen Formen, unterscheidet er sich aber eben nicht nur morphologisch,
sondern vor allem durch sein besonderes Fortpflanzungsverhalten (vgl. unten). Auch mit Cynops ensicauda ensicauda ist unsere
Art relativ nahe verwandt, aber ebenfalls weitgehend sexuell isoliert (vgl. Kawamura & Sawada 1959), was durch eigene Versuche bestätigt
werden konnte.
4) Verbreitung: Cynops pyrrhogaster sasayamae findet sich ausschließlich auf Honshu, der größten japanischen Hauptinsel und auch hier
in einem bestimmten Areal im Westen. Der restliche Teil dieser Insel wird von anderen, deutlich unterscheidbaren Formen oder
sogenannten "Übergangsformen" der Art bewohnt. Folgende (grobe) Verbeitungskarte habe ich nach Hinweisen von P. Bachhausen erstellt:

Ungefähre Verbreitung von Cynops pyrrhogaster sasayamae in Japan.
Der bewohnte Bereich wurde schwarz (mit Pfeil) hervorgehoben.
5) Haltung in menschlicher Obhut: Erwachsene japanische Feuerbauchmolche lassen sich relativ gut ganzjährig in Aquarien halten.
(Der Begriff des Terrarientiers wurde oben mehr aus traditionellen Gründen beibehalten). Der Handel bietet für die Haltung dieser Tiere
zwei Gutgeeignete Standardgrößen (Natürlich kann man auch selbst zu Werke schreiten): 60*30*30 cm (ca. 54 Liter) und 80*35*40 cm
(ca.112 Liter). Ich verwende momentan zwei Becken für meine Zuchtgruppen:
Becken 1. (112 Liter). Hier leben momentan 5,4 Cynops pyrrhogaster sasayamae. Das Becken eignet sich für 8-9 Tiere und wird über
einen Aussenfilter der Ecco- Serie von Eheim gefiltert und über 2x 18w- Leuchtstoffröhren (Osram Dayglo) beleuchtet.
Der Bodengrund besteht aus lehmhaltigem Spielsand, die Bepflanzung aus reichlich Lemna minor, Riccia spec., Vesicularia dubia,
Elodea canadanensis, Ceratophyllum demersum und einer Echinodorus bleheri, welche vor kurzem eingebracht wurde und nun rasch
anwächst. Im Hinteren Bereich befindet sich ein eigeklebter "Landteil" mit Treppe aus Glas, die mit Fliesen überklebt wurde. Dieser
Teil des Beckens ist komplett mit Javamoos bewachsen und dient den Molchen neben den anderen Pflanzen zum Ausruhen im ganz flachen
Wasser. Auch eine Korkinsel fehlt nicht. Als Häutungshilfe für die Molche und zur Deko sind einige Kalksteine im Becken.
Becken 2. (54 Liter). In diesem kleineren Becken halte ich derzeit 2,1 Cynops pyrrhogaster sasayamae.
Es ist für ca. 4 Tiere geeignet. Die Einrichtung entspricht im Wesentlichen dem großen Becken, allerdings wurde hier
ein Innenfilter von Fluval sowie in Ermangelung von Sand nach Franzen Flußkies verwendet, was allerdings keine weiteren Probleme zu
verursachen scheint. Als Beleuchtung dient hier eine Leuchtstoffröhre der Firma Hagen ("Sunglo").
Cynops pyrrhogaster verlangt im Allgemeinen von seinem Pfleger darüber hinaus folgendes:
- Eine großzügige Bepflanzung des Beckens. Die Tiere müssen sich in das Pflanzengewirr zurückziehen können
und die Möglichkeit haben, an der Wasseroberfläche auf dem Pflanzenteppich auszuruhen. Wolle, Styropor und anderer
Unrat, wie sie gelegentlich für die Molchhaltung propagiert werden, liefern für C.p.s. nicht genug Strukturen
(vor allem nicht direkt unter der Wasseroberfläche) und haben auch wegen möglicher Strangulierungs-/ Vergiftungsgefahr in
Molchbecken allgemein nichts zu suchen.
- Gemäßigte Wassertemperaturen. Obschon C.p.s. im Sommer auch Temperaturen von ca. 25°C über kurze Zeit toleriert, sollten sie im
Durchschnitt nicht deutlich über 20°C steigen, außer direkt unter der Beleuchtung (die Tiere suchen diesen Bereich manchmal zum sonnen
auf, allerdings nicht so oft wie Cynops ensicauda dies tut.) Im Winter sollten die Temperaturen deutlich absinken, um einen natürlichen
Jahresrythmus für die Tiere zu simulieren. Die Temperaturabsenkung ist allerdings nicht so wichtig wie die jahreszeitliche Anpassung der
Beleuchtungsdauert.
Meine Molche leben ganzjährig in einem teilweise bewohnten Kellerraum. Im Sommer herrschen Temperaturen von 18 bis höchstens mal
22°C, im Winter durchschnittlich 16,5 °C, mindestens aber 15°C, höchstens 18°C. Damit habe ich, auch was Balz und Fortpflanzung über
die Jahre angeht, recht gute Erfahrungen gemacht.
Wichtig: Die Molche wie noch mehr die Pflanzen mögen tagsüber gutes Licht, am besten durch Leuchtstoffröhren. Da sich aber durch jene
auch das
Wasser aufheizen kann, muss eine gute Entlüftung gewährleistet sein. Daher nimmt man bei modernen Aquarienabdeckungen (z.b.
"Waterhome" -Reihe") einfach die vordere breite Futterklappe heraus. Bei älteren Abdeckungen kann man mit einer Eisensäge einfach
vorne ein ca. 10 cm breites Stück heraussägen, so habe ich es bei meinem großen Becken gemacht (schaut mal oben).
Wem das Licht der bloßliegenen Röhren dann zu sehr blendet, der kann einfach einen handelsüblichen Reflektor darüber legen.
Alternativ kann man einfach mehrere Strahler mit Energiesparlampen verwenden, wie es Paul Bachhausen erfolgreich durchführt.
- Die Beleuchtung sollte sich dem Jahresverlauf anpassen (dies ist für unseren Molch der wichtigste Parameter für eine erfolgreiche
Gonadenreifung!). Man nimmt am besten einfach eine oder ggf. mehrere dieser digitalen Zeitschaltuhren, wie sie ab und an bei den
Discountern im Angebot
sind. Im Juli sollte man ca. 12 - 14 Stunden beleuchten, ab September reduziert man auf 10 Stunden, ab Anfang November bis Ende Januar
acht Stunden, dann stellt man wieder auf 10 Stunden, usw.
Gute Pflege danken die Feuerbauchmolche (und auch die Pflanzen!) durch Gesundheit wie durch erfolgreiche Vermehrung-
Cynops p.s. kann in Gefangenschaft sehr alt werden. (Mein ältestes Tier ist mindestens 18 Jahre alt!)
Hier ein schönes Weibchen im Portrait. Foto: Chr.Schwerdt
- Eine Amphibien angemessene, abwechslungsreiche Ernährung. Ich verfüttere zu ca. 50% lebende und gefrorene rote Mückenlarven, dass
absolute Lieblingsfutter meiner Tiere! Gibt man nur einige wenige ins Wasser, rasten sie oft schon regelrecht aus und geraten in
Freßrausch. Diese Mückenlarven sind kein
schlechtes Futter. Ein Männchen, was ich vier Jahre lang hielt und welches nun in Österreich lebt, hat in der gesamten Zeit nichts
anderes gefressen als rote Mückenlarven (lebend und gefroren). Er war stets vital und nahm erfolgreich am Balzgeschehen teil!
Trotzdem- Abwechslung erscheint sicherer. Der andere Teil des
Speiseplans wird daher bei mir durch ganze und zerschnittene Regenwürmer passender Größe (Lumbricus terrestris) ausgemacht.
Meistens grabe ich sie frisch im Garten aus und verfüttere sie dann kurzfristig, für Zeiten von starkem Frost im Winter friere ich im Herbst aber
auch immer einige ein. Sie werden
ebenfalls gerne gefressen. Regenwürmer enthalten besonders viel Protein und Calcium (Paul Bachhausen, mündliche Mitteilung)
Leider mögen meine Molche keine "Superwürmer" (Dendrobena).
Gelegentlich sammele ich im Garten auch Keller-/ Mauerasseln zur Abwechslung, die ebenfalls gerne gefressen werden. Kamil Szepanski
verfütterte oftmals auch erfolgreich Enchytraeen an Feuerbauchmolche.
Einmal pro Woche fange ich in einem nahe gelegenen Mittelgebirgsbach schließlich noch eine größere Menge Gammarus pulex.
Diese Bachflohkrebse halten sich im Becken und können von den Molchen bei Bedarf erbeutet werden. Sie enthalten unter anderem wertvolle
Carotinoide.
Zur Fütterungsmenge würde ich empfehlen, die Molche mehr zu füttern, wenn sie Eier legen und/oder balzen, da sie in dieser Zeit wesentlich
mehr Energie verbrauchen als sonst. Es ist am besten, sie dann jeden zweiten Tag zu füttern, sonst alle drei Tage. Sie bleiben dann
erfahrungsgemäß bei guter Kondition. Zur Fütterungsmenge: Es sollte jeweils soviel gefüttert werden, wie binnen ca. 10 Stunden gefressen
wird. Was dann noch liegen bleibt, sollte man entfernen. Molche sind trotz ihres oftmals auftretenden Freßrausches nicht immer so
rasche Fresser wie Fische oder Schildkröten und man sollte auch ruhenden Exemplaren Zeit geben, dass Futter zu finden.
- Ein gewisses Maß an Wasserhygiene. Obschon die Molche nicht so empfindlich auf Schwankungen der Wasserwerte reagieren, wie
manche Zierfische,
sollte man extreme pH- Werte ebenso vermeiden wie abnorm hohe Phosphat und Nitrat- Werte, auch wenn man hier keine konkreten
Toleranzbereiche der Tiere festmachen kann (Das ein pH Wert von 2 oder 12 für kein Wirbeltier gesund ist, sollte klar sein; Solltet Ihr mir
nicht glauben, lasst zumindest die Selbstversuche).
Eine großzügige Bepflanzung des Beckens hilft, Nitrat und Phosphat zu reduzieren, ein Filter (bzw. die Bakterien in ihm) bauen Nitrit zu
Nitrat ab und sorgt, für die
Entfernung groben Drecks aus dem Wasser. Er ist zwar nicht unbedingt nötig, erspart aber Arbeit. Die handelsüblichen
Innen-/ und Aussenfilter sind grundsätzlich recht gut für unsere Molchbecken geeignet, aber man muss darauf achten, dass keine starke
Strömung entsteht, sie verunsichert die Molche, kann sie sogar in Panik versetzen!
Daher bindet man um den Ablauf des Filters eine Filterpatrone, am besten mit einem Gummiband, dass bremst die Strömung. - Eine
Filterpatrone über dem Zulauf von Außenfiltern verhindert übrigens, dass sich der Ansaugkorb allzuschnell mit Pflanzenmaterial zusetzt!
Außerdem erweitern diese Patronen die verfügbare Filterfläche!
Um Nitrat und Phosphat wie andere Stoffwechselvorgänge darüber hinaus aus dem Wasser zu entfernen, sauge ich an der Fütterungsstelle
um im Bereich um sie herum
alle zwei Tage den Mulm/ Futterreste ab. Grober Unrat wie abgestorbene Pflanzenteile werden täglich mit der Pinzette entfernt. Alle zwei
Wochen
erfolgt ein Teilwasserwechsel (ca. 1/3 des Beckeninhalts gegen Regenwasser aus unserer Wassertonne). Einmal im Jahr schließlich
sauge ich den Mulm auch unter den Pflanzen ab, nur ein kleiner Rest bleibt, wegen der natürlichen Flora an Mikroorganismen, die der
Mulm beherbergt. Er bildet sich bald neu und stellt den Pflanzen dann wieder Nährstoffe sowie Larven Nahrung zur Verfügung.
Hier noch ein paar weitere Tipps:
-Ausbruchssicherung: Es ist sehr wichtig, die Becken gerade am Anfang gut abzusichern! Tod durch Ausbruch und anschließendes
Vertrocknen im Zimmer ist eine häufige Todesursache bei Molchen in Gefangenschaft!
Ich verwende dazu durchsichtiges Klebeband, welches so um das Becken gespannt wird, das ein mindestens 5cm breiter Streifen nach
innen absteht. Hier mal ein Bild, damit ihr Euch das besser vorstellen könnt:
Absicherung eines Cynops-Aquariums mit nach innen abstehenden Klebebandstreifen,
um ein Ausbrechen der Tiere zu verhindern.
Ausgänge von Schläuchen, ect. kann man zusätzlich dadurch absichern, in dem man die ev. entstehenden Ritzen mit Filterwatte verstopft.
- Korkinsel: ist bei allen Feuerbauchmolchen empfehlenswert, obwohl nicht alle Tiere sie aufsuchen. Mit etwas Glück überwächst sie nach
einiger Zeit mit Moosen und Farnen und wirkt dann recht dekorativ.
-Umgang mit den Tieren: Man sollte so wenig wie möglich mit den Molchen hantieren! Bei Gefahr kann Cynops pyrrhogaster ein übel
nach Petersilie stinkendes Sekret absondern.
Wie Ihr seht, muss man schon einige Dinge beachten - die Haltung dieser schönen Tiere ist aber dann meist problemlos und über viele
Jahre möglich! Ich wünsche viel Spaß und Erfolg mit den Molchen!
6) Fortpflanzung, Nachzucht und Aufzucht:
Balz und auch (natürlich seltener!) Paarungen der Molche sind bei mir zwischen Oktober bis Anfang Mai recht häufig zu beobachten, sonst
sehr selten.
Ein deutlicher Schwerpunkt liegt hierbei zwischen Oktober und Anfang November. Die Balz von Cynops pyrrhogaster sasayamae ist ein
gutes Bestimmungsmerkmal für diese Form, nur die vermutlich ausgestorbene Atsumi- Form des japanischen Feuerbauchmolches balzte
ebenso.
Sind die Männchen in Brunftstimmung, so laufen sie bisweilen aufgeregt auf dem Grund des Beckens umher, recken sich bisweilen auch
auf, um, olfaktorisch wie optisch, die Dame ihres Herzens zu erspähen. Sie gehen hierbei anscheinend deutlich selektiver vor, als z.b. unser
heimischer Bergmolch, denn es kommt, jedenfalls bei mir, kaum vor, dass sich Männchen gegenseitig anbalzen.
Hat das brünftige Männchen ein Weibchen erspäht oder erschnüffelt, so folgt er ihm, die Schnauze oftmals gen Boden gerichtet und prüft,
wenn er es erreicht hat, die Paarungsbereitschaft der Molchdame olfaktorisch durch Schnuppern an der Kloake. Dieser Vorgang nimmt
meist ca. 1-5 Sekunden in Anspruch, entzieht sich das Weibchen jedoch dem Männchen, kann es zu einer längeren Verfolgungsjagd
kommen- bei der das Männchen seine Schnauze auch durchaus mit Wucht in die Flanke des Weibchens rammen kann, wie auf folgendem
Bild zu erkennen.
Zwei Männchen von Cynops p. s. interessieren sich für ein Weibchen. Man beachte die eindrucksvolle Brunftfärbung
der männlichen Molche und den typischen Schnauzenstoß in die Flanke der Molchdame. Auch legt das Männchen schon hier bereits einen
Hinterfuß auf den Rücken des Weibchens, um die sasayamae typische Balz zu beginnen. Doch selbst wenn sie erfolgreich verlaufen sollte-
die Konkurrenz schläft nicht. Manche Männchen warten, bis andere ein Weibchen durch anstrengende Balz gefügig gemacht haben, nur um
um dann schnell dazwischenzufahren und ein Samenpacket unterzujubeln. Foto: Chr.Schwerdt
Oftmals interessieren sich auch mehrere Männchen für ein Weibchen und verfolgen es, sich immer wieder gegenseitig abdrängend, durch
das ganze Becken. Flieht ein Weibchen nicht sofort und ist ein Männchen allein, oder konnte sich aus dem Gerangel lösen, so setzt er zur
eigentlichen Balz an. Dabei stellt er sich seitlich zum Weibchen, presst seinen Kopf gegen Nacken oder Kopf des Weibchens, und legt
ihr einen Hinterfuß auf ihren Rücken. Dabei wedelt er ihr mit dem Schwanz Duftstoffe zu (evt. Pheromone? ich muß da nochmals
nachschlagen). Manchmal stellt er sich auch erst für eine kurze Zeit wie etwa ein Bergmolch vor das Weibchen, wedelt ein paar Mal mit
dem Schwanz bevor er sich dann Blitzschnell zurückwendet oder dreht, um den Hinterfuß aufzulegen. Ebenfalls kann es passieren, dass, im
Eifer des Gefechts, Männchen die Weibchen verkehrt herum anbalzen oder seitlich versetzt, so das der Fuß auf dem Kopfe der Angebeten
landet.
Egal wie diese hitzige Zeremonie nun abläuft, ist Sie interessiert, so hält Sie, manchmal ruckartig, inne. Oftmals beriecht sie dann auch das
Männchen, dass sich nun vor Sie schiebt, in seiner Kloakenregion, oder stupst es dort mit der Schnauze an. Er läuft nun langsam vor ihr her,
wedelt mit dem Schwanz und drückt seine angeschwollene und mit borstenartigen Zotteln besetzte Kloake auf den Boden. Hat er Erfolg
folgt sie ihm, mit der Schnauzenspitze Kontakt zu seiner Kloake haltend. Sie laufen so meist etwa 20- 30 cm voreinander her, bevor das
Männchen ein etwa linsengroßes und gallertartiges, durchsichtiges, eiförmiges Samenpaket, eine Spermatophore, absetzt. Er führt das
Weibchen aber nun noch etwas weiter, bevor sie das Samenpaket schließlich mit ihren Kloakenlippen aufnimmt.
Im November 2007 konnte ich aber erstmals ein sehr interessantes, fast schmarotzerisch anmutendes Verhalten eines meiner kleineren
Männchen beobachten. Ein großes Männchen (das vordere Tier auf dem obigen Bild) hatte die Aufmerksamkeit eines Laichreifen
Weibchens erkämpft, welches ihm folgte, als sich blitzschnell ein kleineres Männchen dazwischen schob und eine Spermatophore
absetzte, welche das weibliche Tier dann schließlich auch aufnahm- das große Männchen war außerstande so schnell zu reagieren und
den Nebenbuhler abzudrängen,
eventuell, weil es zu aufgeregt/ und oder durch die vorangegangene Balz geschwächt war.
Ist die Spermatophore nun durch ein laichbereites Weibchen aufgenommen, findet eine innere Befruchtung statt. Meist kommt es nach
wenigen Tagen, selten nach mehr als einer Woche nach der Paarung zur ersten Eiablage.
Ist ein Weibchen bereit, die Eier abzulegen, so klettert es nervös in der Vegetation herum und sucht nach geeigneten Stellen für die
Eiablage. Diese werden offensichtlich zumindest teilweise optisch ausgemacht, jedoch auch ausgiebig olfaktorisch geprüft.
Meistens werden die Eier in lebende Pflanzen abgelegt. Während Hornkraut hierfür offenbar nur äusserst ungern verwendet wird,
legen die Tiere gerne Eier in Wasserpest, Javamoos und in die Spitzen der Blätter von Echinodorus bleheri.
Die Blätter werden vom Weibchen zu einer art Tasche gefaltet, und je ein Ei hineingelegt. Die Weibchen gehen dabei äusserst akribisch
vor, sodass das Ablegen eines Einzigen Eies oftmals eine halbe Stunde und länger dauert. Sie begeben sich dabei oftmals in sehr
merkwürdig anscheinende Positionen, selten kommt es bei der Eiablage der Weibchen zu schier unglaublichen Verränkungen,
wie auf der folgenden Abbildung.
Beeindruckende Aufnahme der Eiablage bei Cynops pyrrhogaster sasayamae. Das Ei (die helle Kugel zwischen den Füßen des
Weibchens, wird in eine Art "Blatttasche" gefaltet. Die zur Eiablage benutzte Pflanze ist in diesem Falle eine Breite
Amazonasschwertpflanze, Echinodorus bleheri. Foto: Chr.Schwerdt.
Die Eier benötigen bei 19°C ca. 10-14 Tage für ihre Entwicklung, mindestens aber 9 Tage.
Wenn sie die Eier anschließend verlassen, sind die Larven noch nicht recht schwimmfähig, sie hängen sich erstmal für etwa 2-3 weitere
Tage an Wasserpflanzen auf, und verbrauchen ihren Dottervorrat. Danach erbeuten sie kleine Cyclops, Pantoffeltierchen und ähnliches
Plankton, welches in einem gut eingefahrenen und bepflanzten Aquarium in der Regel verfügbar ist. Im Gegensatz zum Bergmolch stellen
die Alttiere bei mir den Larven nicht nach. Ich belasse sie folglich im Elternbecken, wie es auch FRANZEN für Cynops ensicauda emfielt.
Die freischwimmenden Larven erinnern in Morphologie und Verhalten an die Larve des Bergmolches, sie halten sich insbesondere auf dem
Beckengrunde auf, während sich z.B. Larven des Teichmolches öfter in den oberen Beuteschichten auf Nahrungssuche begeben.
Hier nun zwei Bilder von Larven in unterschiedlichen Entwicklungsstadien:

Larve von Cynops phyrrhogaster sasayamae im Alter von 12 Tagen. Man beachte die äusseren Kiemen und die
Schwanzflossensäume. Die Larve ähnelt derjenigen des Bergmolches, jedoch ohne fadenförmige Schwanzspitze.
Foto: Chr.Schwerdt.

Larve des japan. Feuerbauchmolches im Alter von etwa vier Wochen.
Die Pigmentierung der älteren Larven wird zunehmend dunkler.
Foto Chr.Schwerdt.
Hat man eine größere Zahl heranwachsender Larven im Becken, so emfielt es sich, zuzufüttern. Dies kann mit lebenden Cyclops, Daphnien,
Enchytraeen und gelegentlich mit Frostfutter erfolgen. Man muß damit rechnen, das große Larven sich auch an dem Futter der Alttiere
bedienen (was weniger schlimm ist) und kleine Larven an- bzw. auffressen (was je nach dem, wie man es sieht, tragischer ist.) Will man
also sehr viele Jungtiere aufziehen, sollte man doch lieber einige Larven separieren, ansonsten wird man weniger, wenngleich ebenfalls
kräftige Jungtiere erhalten.
Nach etwa 10 - 14 Wochen bilden sich bei den Larven, hält man sie bei etwa 17-20°C die Schwanzsäume und die Aussenkiemen
zusehends zurück und die Metamorphose setzt ein. Die Jungmolche verspüren nun den Drang, das Wasser zu verlassen. Ihre Haut
wird samtig und wasserabweisend, allerdings nicht so samtig wie z.B. beim Teichmolch, da sie auch schon bei jungen Tieren eine typische
Körnung der Haut zeigen.
Man bietet den Jungtieren daher passende Ausstiegshilfen und setzt sie anschließend in ein spezielles Jungtierbecken.
Ich verwende dazu eine Methode, zu welcher mich Paul Bachhausen inspiriert hat.
Eine größere Plastikbox wird mit Klebeband ausbruchssicher gemacht und von vorne nach hinten ansteigend mit mittelgrobem
Aquarienkies gefüllt. Man füllt dann etwas Wasser ein, aber nur so viel, das es im flachsten Bereich des Kieses gerade eben die
Oberfläche der Schicht erreicht. Die höheren Schichten bleiben trocken und hier halten sich die Jungtiere meist auf, wenn
sie nicht gerade Feuchtigkeit aufnehmen. Im trockenen Bereich richten wir ihnen einige Versteckplätze ein, z.B. mit Korkplatten, die relativ
flach aufliegen. so das die Jungtiere sich so verstecken können, dass sie mit dem Rücken Kontakt zum Kork bekommen.
Steine haben sich, wegen der Gefahr, die Jungtiere beim hantieren zu verletzen, bei mir als Versteckplätze für die Jungtieraufzucht weniger
bewährt. Gefüttert werden die "Kleinen" mit Ofenfischchen, Microheimchen, Drosophila und kleinen Asseln. Sie wachsen im Vergleich zu
C. ensicauda relativ langsam heran und man sollte sie auf keinen Fall zu früh wieder ins Wasser setzen, am besten erst, wenn sie insgesamt
etwa 8 cm lang sind.
Auch dabei sind stets sichere Ausstiegs- (nicht Ausbruchs- ;) Maßnahmen für die Molche zu schaffen (Korkinsel, Landteil,
treibende Pflanzen an Wasseroberfläche ect.).

Jungtier des japanischen Feuerbauchmolches ca. 3 Monate nach der Metamorphose. Man beachte die typische Hautkörnung
und den charakteristischen, gelben Rückenstrich. Foto: Chr.Schwerdt.
7) Literaturverzeichnis:
Über Cynops pyrrhogaster wurde Einiges publiziert, jedoch wenig in deutscher Sprache. Die innerartliche Systematik wie die Erkenntnisse
über das Leben dieser Art im Freiland befriedigen trotz allem nicht und so wird es auch in Zukunft viel Forschungsbedarf geben.
Auf Deutsch wäre vor allem die gelungene Monographie von Franzen und Franzen (2005) zu nennen. Außerdem existiert ein
zweiteiliger Artikel von Bachhausen in der Zeitschrift Reptilia (2002/2003). Ebenfalls von Bachhausen stammt ein Beitrag über die von
pyrrhogaster sasayamae in vielerlei Hinsicht stark abweichende Kanto- Form des japanischen Feuerbauchmolches in der Zeitschrift
"Amphibia" veröffentlicht worden.
Franzen, Michael [u.a.]: Feuerbauchmolche. Pflege und Zucht, Offenbach 2005.
Bachhausen, Paul: Beobachtungen zum Paarungsverhalten von Cynops pyrrhogaster aus der Kantoebene, in: Amphibia 2, 2003, S.7-10.
Bachhausen, Paul: Die Feuerbauchmolche der Gattung Cynops Teil 1., in: Reptilia 38, 2002, S. 61-67.
Bachhausen, Paul: Die Feuerbauchmolche der Gattung Cynops Teil 2., in: Reptilia 39, 2003, S. 72-77.
Umfangreicher ist die englischsprachige Literatur dieser Art. Es gibt auch einige Beiträge japanischer Forscher auf Englisch, ich möchte
hier aber nur zwei besonders interessante Beispiele anführen, die ich selber gelesen habe.
Weisrock [u.a.] haben unlängst (2006) die Verwandtschaftsverhältnisse der Salamandriden anhand der Analyse mitochondrialer DNA
untersucht,
dabei ergaben sich interessante neue systematische Erkenntnisse.
Wesentlich älter ist der Aufsatz von Kawamura und Sawada (1959). Gegenstand ist hier die etymologische Isolation zwischen Cynops
p. sasayamae, Cynops e.ensicauda und Cynops p. der Hiroshima Form. Beide Artikel kann ich nur dringend jedem Freund dieser schönen
Tiere ans Herz legen:
Weisrock, David W. [u.a.]: A molecular assessment of phylogenetic relationships and lineage accumulation rates within the Family
Salamandridae (Amphibia, Caudata), Washington [u.a.], 2006.
Kawamura, Toshijiro & Sawada, Shôzô: On the Sexual Isolation among Different Species and Local Races of Japanese Newts, Hiroshima
1959.
8) Bildergallerie:
Die Bilder zeigen eine Fotogallerie der von mir gehaltenen Tiere; klick to Enlarge ;) ... äh... Vorsicht es enlargt ziemlich übel!
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