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Flora und Fauna in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde: Einführung und kommentierte Artenliste

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Einführung in die Flora und Fauna des Sauerlandes

Vorbemerkungen

Ziel dieses Artikels ist es, einen Überblick zur Flora und Fauna des Altenaer Sauerlandes zu bieten. Er gliedert sich in einen Einführungsbericht und eine dreiteilige kommentierte Artenliste. Im Einführungsbericht werden die geologischen, klimatischen und naturgeschichtlichen Grundlagen für das Zustandekommen der Flora und Fauna des Sauerlandes dargestellt. Teil 2 umfasst die kommentierte Artenliste, welche dem Naturfreund einen Zugang zu bestimmten Arten und Artengruppen des Untersuchungsraumes ermöglichen soll. Dabei deckt sich der Schwerpunkt der aufgenommenen Beobachtungen und Literaturdaten mit den Stadt- bzw. Gemeindegrenzen von Altena und Nachrodt-Wiblingwerde. Beobachtungen aus angrenzenden interessanten Exkursionsgebieten wie Neuenrade, Werdohl und den Hochflächen um Küntrop und Affeln werden jedoch ebenfalls aufgenommen, um eine möglichst gute und umfassende Einarbeitung in die Thematik möglich zu machen.

1 Einführung in das Untersuchungsgebiet

Abb.1: Das Sauerland präsentiert sich als waldreiches und zerklüftetes Bergland. Blick vom Haunert (etwa 450 m NN) in das Altenaer Lennetal. Foto: Chr. Schwerdt, 16.02.2011.

Altena und Nachrodt-Wiblingwerde sind geologisch gesehen Teil des Südwestfälischen Berglandes. Das südwestfälische Bergland bildet den nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Im Katalog der naturräumlichen Haupteinheiten wird es als Süderbergland (Nr. 33) bezeichnet. Seine ungefähre Nordgrenze wird durch Möhne und Ruhr, seine Südgrenze durch die Sieg markiert. Nach Osten hin grenzt es an das Hessische Bergland und die Hessische Senke, nach Westen an das Bergische Land, welches traditionell zum Rheinland zählt und daher bei dieser Überblicksdarstellung nicht berücksichtigt wird. Untersuchungsraum der vorliegenden Arbeit ist daher ein etwa 5000 km2 großer Mittelgebirgsstock, welcher auf der Karte einem Dreieck ähnelt (vgl. Abb 2). Nach SCHLÜPMANN et al. (2005) sind folgende naturräumliche Haupteinheiten maßgeblich an seinem Aufbau beteiligt:

  • Siegerland (331)
  • Ostsauerländer Gebirgsrand (332)
  • Rothaargebirge (333)
  • Nordsauerländer Oberland (334)
  • Innersauerländer Senken (335)
  • Märkisches Oberland und Südsauerländer Bergland (336)
  • Niedersauerland und Niederbergisch-Märkisches Hügelland (337)

 

Abb. 2: Das Süderbergland mit seinen wichtigsten Naturräumlichen Haupteinheiten. Zeichnung verändert nach SCHLÜPMANN et al. (2005).

Der weitaus größte Teil dieses Mittelgebirgstocks (Naturräumliche Haupteinheiten 332-337) wird als Sauerland bezeichnet. Für den Norwestteil des Sauerlandes ist historisch begründet die Bezeichnung Märkisches Sauerland (336 & 337) gebräuchlich, während seine südlichen und südöstlichen Teile als Hochsauerland bekannt sind (332-335). Märkisches Sauerland und Hochsauerland sind keine naturräumlichen, sondern historisch-politische Landschaftsbezeichnungen, sollen aber aufgrund ihrer allgemeinen Bekanntheit im Rahmen dieser Arbeit verwendet werden. Im Südosten des Sauerlandes liegt ferner das Rothaargebirge (333) als höchstes Teilgebirge unseres Untersuchungsgebietes. Seine Südabdachung bildet das Wittgensteiner Land. Das Siegerland (331) hingegen bildet die Südspitze des Untersuchungsraumes.

Die Gesteine, aus denen sich die Gebirgszüge des Südwestfälischen Berglandes zusammensetzen, sind ganz überwiegend devonischen Ursprungs. Kleinere Teile zählen zu den älteren geochronologischen Perioden Ordovizium und Silur sowie zur jüngeren Periode des Karbon. Den ältesten Untergrund des Untersuchungsraumes und zugleich ganz Westfalens bilden die Herscheider Schichten im Süden des Märkischen Sauerlandes, dem Märkischen Hochland. Der älteste Teil der Herscheider Schichten zählt zum Llanvirn (Unteres Ordovizium) und hat dem entsprechend ein Alter von etwa 470 Millionen Jahren (ROSENBOHM 1995).

Nordwestlich und südöstlich des Llanvirn schließen sich ganz überwiegend devonische Schichten an. Unter-, Mittel- und Oberdevon bilden somit einen ganz erheblichen Teil des Märkischen- und auch des Hochsauerlandes. Im äussersten Nordwesten des Untersuchungsraumes findet man im Anschluß an das Devon einen schmalen Streifen karbonischer Schichten, welcher etwa von Hagen über Menden bis Nehheim verläuft, um dann entlang des Ruhrtals nach Südosten hin abzuknicken (ROSENBOHM 1995).

Die meisten am Südwestfälischen Bergland beteiligten Gesteinsschichten sind silikatisch bzw. setzen sich aus Silikatgesteinen zusammen. Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Die wichtigste dieser Ausnahmen ist der Massenkalk, welcher zum oberen Mitteldevon zählt und besonders im Massenkalkgürtel von Holthausen bis Balve und im Attendorner Raum auftritt. Massenkalk ist ein Kalkgestein und bezeichnet im Allgemeinen besonders stark ausgedehnte Riffkalkvorkommen. Kleinere Kalklinsen finden sich weiterhin in den anderen Schichten des oberen und auch im ansonsten silikatischen unteren Mitteldevon, so zum Beispiel bei Evingsen, Grünewiese zwischen Altena und Lüdenscheid (Givet, Honseler Schichten) oder bei Bad Fredeburg (Eifel, Fredeburger Schichten).

Ob beispielsweise ein Wald auf kalkhaltigem oder silikatischem Untergrund stockt, spielt für die Zusammensetzung der Vegetation eine erhebliche Rolle. Auch die anderen abiotischen Standortfaktoren Relief, Wasser, Temperatur, Licht und Boden, auf die im Folgenden eingegangen wird. Die Auffaltung der Schichten zum südwestfälischen Bergland setzte etappenweise im Tertiär ein. Nach ROSENBOHM (1995) entstanden drei typische Höhenstufen bzw. "Stockwerke", welche sich zum Beispiel im Märkischen Sauerland im Rahmen einer landschaftskundlichen Exkursion mit dem PKW sehr gut beobachten lassen. Die unterste dieser Höhenstufen wird als Unterstufe oder Unterland bezeichnet und reicht nicht über 300 m NN hinaus. Zu ihr zählen das Niedersauerland oder Niedersauerländer Hügelland im Nordwesten des Untersuchungsgebietes. An die Unterstufe schließt sich Oberstufe bzw. das Oberland an. Diese reicht bis zu einer Höhe von 500 m NN. Das Oberland umfasst die Bergländer um Lenne (Lennegebirge, Abb. 3), Möhne, Sorpe und Bigge, ferner den Arnsberger Wald sowie die Briloner und die Warsteiner Hochfläche. Zur dritten Höhenstufe, dem Hochland über 500 m NN zählen schließlich die Höhen des Lennegebirges (Homert-Rücken), des Ebbekammes (Märkisches Hochland), sowie das Rothaargebirge (vgl. Abb. 3).

Abb. 3: Wichtige Gebirgszüge und Wasserläufe des Sauerlandes, auf die in diesen Ausführungen häufig Bezug genommen wird.

Das Hochland zählt zur montanen Höhenstufe nach HAEUPLER (1970). Dem entsprechend ist das Oberland unterhalb von 500 m NN der submontanen Höhenstufe zuzurechnen. Mit dem Übergang von der submontanen zur montanen Höhenstufe bzw. mit dem Übergang von Oberland zu Hochland gehen einige bemerkenswerte Veränderungen im Landschaftsbild einher, welche durch den Beobachter im Gelände wiedererkennbar sind. Die Montane Höhenstufe, bzw. das Hochland ist im Untersuchungsraum dadurch gekennzeichnet, dass die Eichenarten Quercus robur und Quercus petraea gegenüber der Rotbuche vollkommen in den Hintergrund treten. Weiterhin ist Ackerbau oberhalb von 500 m NN nicht mehr wirtschaftlich lohnend, sodass im Hochland in der Regel nur noch Grünlandwirtschaft betrieben wird. Charakteristische Landschaftsbestandteile des Hochlandes sind also eichenfreie montane Rotbuchenwälder und Rodungsinseln mit Gründland. Betrachtet man die Artenzusammensetzung der montanen Rotbuchenwälder des Sauerlandes, so finden sich hier zudem einige Pflanzensippen, welche tendenziell montane Standorte bevorzugen, wie zum Beispiel Bergfarn (Oreopteris limbosperma) und Schuppendornfarn (Dryopteris dilatata). Diese Pflanzensippen bezeichnet man als Montanzeiger, da sich montane Rotbuchenwaldgesellschaften durch ihr Vorhandensein identifizieren lassen.

Das Relief des Sauerlandes ist im allgemeinen recht typisch für eine Mittelgebirgslandschaft. Wellige Hochflächen bzw. Reste ehemaliger Hochplateaus wechseln sich mit unterschiedlich geformten, teilweise tief eingeschnittenen Tälern ab. Flache Quellmulden auf den Hochflächen gehen in der Regel in deutlich V-förmige, eingeschnittene, kleine Kerbtälchen über, die landläufig als Siepen oder Siepentälchen bezeichnet werden. Die durch die Siepen fließenden Mittelgebirgsbäche vereinigen sich und bilden großere Bäche oder Flüsse, welche dann durch Sohlentäler mit breiterem Talgrund verlaufen. Für einige der größten Flüsse des Untersuchungsraumes beispielsweise Volme, Lenne und Ruhr, ist in ihrem Unterlauf ein weiterer Taltyp, das Terassental, charakteristisch. Die Haupterassen dieser Täler stammen nicht aus der jüngeren Weichsel-Eiszeit, sondern aus älteren Kalt- und Warmzeiten und sind älter als 70000 Jahre (ROSENBOHM 1995). Man stößt in ihnen bei Exkursionen zuweilen auf größere Mengen abgerundeter Flußkiesel.

Das Lennetal bildet im Unterlauf der Lenne erstaunliche Höhendifferenzen zu den umgebenden Hochflächen aus (vgl. Abb. 4). Besonders tief eingeschnitten ist es im Hohenlimburger Raum am Nordwestrand des Untersuchungsgebietes, wo zur südlich anschließenden Wiblingwerder Hochfläche eine Höhendifferenz von 300 m besteht. Steht man in diesem Talabschnitt, so wird aufgrund dieser starken vertikalen Unterschiede besonders deutlich, dass das Süderbergland ein Mittelgebirge darstellt.

Abb. 4: Tief eingeschnittene Lenneschlucht bei Werdohl-Dresel. Foto: Chr. Schwerdt, 22.03.2012.

Die starke Ausdifferenzierung der Talsysteme ist vor allem hohen Niederschlagsmengen und somit dem Standortfaktor Wasser geschuldet (SCHLÜPMANN et al. 2005). Im Lennetal des Märkischen Oberlandes beträgt die Summe der Jahresniederschläge wegen seiner relativen Leelage um 1000 mm, im Lennegebirge 1100-1200 mm. Auf der Winterberger Hochfläche im Rothaargebirge werden schließlich sogar 1440 mm erreicht. Die Gründe dieser im deutschlandweiten Vergleich relativ hohen Jahresniederschläge sind einem ozeanisch beeinflussten Klima zu suchen. Vorherrschende Westwinde erzeugen Aufgleit- und Staueffekte, sodass sich beispielsweise im Lenne-, Ebbe-, und Rothaargebirge Luvlagen ausbilden. Höhere Niederschläge als im Ebbe- und Rothaargebirge finden sich nach ROSENBOHM (1995) in Deutschland nur noch im Harz, Schwarzwald sowie in den Alpen. Entsprechend hoch ist auch die jährlich fallende Schneemenge. Im Lennetal werden durchschnittlich 40-45, im Lennegebirge 50-65 Schneetage, also Tage mit einer geschlossenen Schneedecke registriert (ROSENBOHM 1995). Mit der Anzahl der Schneetage nimmt auch die Anzahl der Frosttage höhenbedingt zu. Sie beträgt im Lennetal 80-100, im Lennegebirge 100-120 Tage.

Das etwa die Hälfte der Frosttage im Untersuchungsraum auch Schneetage sind, ist für die Zusammensetzung von Pflanzengesellschaften nicht unbedeutend. Eine Schneedecke vermag Pflanzenarten, die im Winter wie die Besenheide Calluna vulgaris durch Frostrocknis gefährdet sind, Schutz zu gewähren (vgl. WALTER & BRECKLE 1999). Verhältnismäßig große Schneemengen tragen auf den Hochflächen des Untersuchungsraumes, insbesondere im Rothaargebirge, weiterhin dazu bei, dass sich das Wuchsbild einiger Baumarten z.T. deutlich verändert. Schließlich verkürzt die größere Anzahl der Frosttage auf den Hochflächen des Untersuchungsgebietes die Vegetationsperiode. Dies führt zur einer Verschiebung phänologischer Daten. Der Beginn der Apfelblüte, welcher den Vollfrühling ankündigt, setzt im Lennetal um den 10.05, auf den umgebenden Hochflächen jedoch erst um den 20.05 oder noch später ein (ROSENBOHM 1995). Auch die Jahresdurchschnittstemperatur verschiedener Messstationen des Südwestfälischen Berglandes ist von ihrer Höhenlage abhängig. In Hagen (101 m NN) beträgt sie 9,4°C, in Lüdenscheid (450m NN) 7,8°C und auf dem Kahlen Asten bei Winterberg (842m NN) nur noch 4,8°C.

Zusammenfassend wird sich an dieser Stelle festhalten lassen, dass das Klima des Untersuchungsraumes, von einigen Leelagen im Ostsauerland (Naturräumliche Haupteinheit 332) abgesehen ein relativ niederschlagsreiches, maritim beeinflußtes Westseitenklima darstellt. Niederschlagsmengen sowie Anzahl von Schnee- und Frosttagen nehmen mit steigender Meereshöhe zu, die Jahresdurchschnittstemperatur hingegen nimmt ab.

Relief, Wasser und Temperatur wirken auf die Bodenbildung im Südwestfälischen Bergland ein. Die silikatischen Schichten verwittern zu sauer reagierenden Böden. Neutrale oder basisch reagierende Böden können sich lediglich kleinflächig auf Löslehm oder Massenkalk ausbilden (SCHLÜPMANN et al. 2005). Typische Böden der silikatischen Bergrücken und Hanglagen sind terrestrische, d. h. nicht grundwasserbeeinflußte Braunerden und Parabraunerden. Pseudogley ist für zeitweise staunasse Standorte typisch. Dauerhafter von Nässe beeinflußt als der Pseudogley ist der Gley, welcher unterhalb von 40-80 cm ständig grundwasserbeeinflusste Braunerden und Parabraunerden. Man findet ihn im Südwestfälischen Bergland zum Beispiel in Quellmulden oder Siepen. Ein weiterer bedeutender semiterrestrischer Bodentyp des Untersuchungsraumes ist der Braune Auenboden. Braune Auenböden sind in den größeren Flußtälern unseres Gebietes, insbesondere im mittleren und unteren Lenne-, Volme-, sowie im Ruhrtal anzutreffen (ROSENBOHM 1995). Sie sind von Schwebstoffen durchsetzt und eignen sich hervorragend für den Ackerbau, sodass sie in vergangenen Jahrhunderten von großer Bedeutung für die Landwirtschaft waren. Heute sind die meisten ihrer Standorte jedoch mit Gewerbe- oder Wohnflächen überbaut (SCHLÜPMANN 2006a).

Neben den abiotischen Standortfaktoren, deren Beschaffenheit im Untersuchungsraum oben dargelegt wurde, ist insbesondere das jahrhundertelange Wirken des Menschen für die heutige Gestalt der Biogeozönosen im Süderbergland verantwortlich. Da der menschliche Einfluß auf jede Biogeozönose unterschiedlich beschaffen ist, soll er bei der Vorstellung der einzelnen Gesellschaften in Abschnitt 2 eingehender berücksichtigt werden. Einige wenige Angaben sind jedoch allgemein so bedeutsam, dass sie an dieser Stelle vorweggenommen werden müssen. Das Süderbergland präsentiert sich heute überwiegend als Waldland (vgl. Abb. 1 und 4). Im Märkischen Kreis waren 1992 mehr als die Hälfte der Gesamtfläche bewaldet, im Märkischen Oberland sogar 54% mit Wäldern bedeckt (ROSENBOHM 1995). Ein Waldanteil, der bis heute eher noch weiter zugenommen hat, da nach Beobachtungen des Autors immer mehr landwirtschaftliche Betriebe aufgeben, was in der Regel mit Aufforstung von Acker- und Grünlandflächen einhergeht.

Vor Beginn der menschlichen Einflussnahme waren, von staunassen oder anderen Sonderstandorten abgesehen, Rotbuchenwälder vorherrschend (vgl. Abschnitt 2, außerdem ROSENBOHM 1995, MIEDERS 1987 & 2006, SCHLÜPMANN 2006). Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit verlor die Rotbuche vielerorts ihre landschaftsbestimmende Bedeutung, was vor allem mit Waldweide und Degradierung von Wäldern durch Übernutzung zusammenhing. Um die Mitte des 19ten Jahrhunderts gelangte im Zuge großflächiger Aufforstungen die standortfremde Fichte ins Süderbergland. Sie zeigte selbst auf stark degratierten Böden noch eine gute Wuchsleistung, sodass man den Fichtenanbau im 19ten und 20sten Jahrhundert immer mehr ausweitete (SCHLÜPMANN et al 2005). Auch heute noch beherrschen Fichtenforste an vielen Stellen des Untersuchungsraumes sein Landschaftsbild. Landwirtschaftlich genutzte Flächen treten gegenüber dem Forst in den Hintergrund. Nach einem großflächigen Strukturwandel in den 1960er und 1970er Jahren wird auf den Hochflächen vor allem Gründlandwirtschaft betrieben. Ackerbau spielt nur noch lokal, zum Beispiel auf der Affeln-Mellener-Hochfläche und im oberen Hönnetal eine Rolle. Ehemalige Schwerpunkte landwirtschaftlicher Nutzung in den Tälern sind heute meistens durch Wohnsiedlungen oder Gewerbegebiete überbaut (ROSENBOHM 1995).

Abschließend kann man an dieser Stelle festhalten, dass die Zusammensetzung von Flora und Fauna im Südwestfälischen Bergland vor allem durch die nachfolgenden Faktoren beeinflußt wird:

  • Mittelgebirgscharakter des Reliefs
  • Erhöhte Niederschlagsmenge und verringerte Sonnenstundenanzahl mit zunehmender Meereshöhe
  • Reich strukturriertes Relief, zahlreiche steile Hanglangen und kleine V-Tälchen (Siepen)
  • Kleine und kleinste Fließgewässer in großer Anzahl
  • Zum großen Teil sauer reagierende Böden
  • Hoher Waldanteil
  • Geringe Rentabilität des Ackerbaus oberhalb von 500 m NN
  • Hoher Grünlandanteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche

2 Flora, Fauna und Vegetation

2.1 Bodensaure Rotbuchenwälder

Die Rotbuche nimmt unter den Waldbäumen Mitteleuropas eine herausragende Stellung ein. Sie ist auch im Südwestfälischen Bergland die konkurrenzstärkste Baumart auf Standorten mit mittleren (mesophilen) Umweltbedingungen. Rotbuchen bevorzugen Standorte mittlerer Feuchtigkeit, welche weder zu feucht noch zu trocken sind. Zu magere oder flachgründige Böden werden weiterhin ebenso gemieden wie Stellen mit starker Bodenbewegung. Eine solch starke Bodenbewegung herrscht zum Beispiel an den Standorten von Schluchtwäldern vor. Hier treten verwitterungsbedingt Erdrutsche und Steinschlag besonders oft auf. Rotbuchen können sich in Schluchtwäldern daher meist nur vereinzelt an besonders günstigen Stellen halten. Gegenüber verschiedenen pH-Werten verhält sich die Rotbuche jedoch tolerant, was bedeutet, dass sie sowohl auf sauren, als auch auf neutralen und basisch reagierenden Böden ihr Auskommen findet. Die Pflanzen der Krautschicht im Rotbuchenwald bevorzugen jedoch z. T. eine bestimmte Bodenreaktion. Daher unterscheiden sich Rotbuchenwälder auf sauer verwitternden Gesteinen (bodensaure Rotbuchenwälder) von solchen auf Karbonatgesteinen im Hinblick auf die Artenzusammensetzung ihrer Kraut- und z.T.  Strauchschicht. Diese Unterschiede sind so gravierend, dass es sinnvoll ist, die Rotbuchenwälder auf Karbonatgestein in einem eigenen Abschnitt (2.2) zu behandeln.

Die meisten Rotbuchenwälder auf sauer verwitterndem Silikatgestein zählen im Südwestfälischen Bergland zu den Artenarmen und Artenreichen Hainsimsen-Rotbuchenwäldern. Artenarme Hainsimsen-Rotbuchenwälder findet man vornehmlich in Kammlagen und in den oberen Bereichen der Hänge. Artenreiche Rotbuchenwälder sind dagegen meist in den relativen Zufuhrlagen der Siepentälchen anzutreffen, allerdings außerhalb der vernäßten Bereiche am Grund des Siepens. Charakterart der Hainsimsen-Rotbuchenwälder ist die Weiße Hainsimse (Luzula luzoloides). Auf den saueren und nährstoffsärmeren Standorten des Artenarmen Hainsimsen-Rotbuchenwaldes ist jedoch die Drahtschmiele Deschampsia flexuosa weitaus häufiger als die Weiße Hainsimse (vgl. Abb. 5). Die Drahtschmiele ist im Vergleich mit der Weißen Hainsimse noch erheblich säureertragender und kommt mit noch weniger Pflanzennährstoffen aus.

Abb. 5: Artenarmer Hainsimsen-Rotbuchenwald auf dem Nettenscheid bei Altena. Die Krautschicht ist spärlich und setzt sich Wesentlichen aus Drahtschmiele und einigen kümmerlichen Exemplaren der Heidelbeere zusammen. Foto: Chr. Schwerdt, 31.07.2011.

Abbildung 5 zeigt einen typischen Artenarmen Hainsimsen-Rotbuchenwald an einem Südhang auf dem Nettenscheid bei Altena. Wie auf der Abbildung gut zu erkennen, ist die Krautschicht insgesamt nur schwach ausgeprägt. Neben der Drahtschmiele ist die Heidelbeere mit einigen wenigen, kümmerlichen Exemplaren vorhanden. Im Rotbuchenwald ist die Heidelbeere Vaccinium myrtillus ein Auflichtungszeiger, welcher in diesem Falle durch Windwurf begünstigt wurde. Wenn im Rahmen von  Einzelstammwirtschaft einzelne Stämme aus Rotbuchenwäldern herausgeschlagen werden und sich der Bestand almählich auflichtet, wird die Heidelbeere sehr stark gefördert. In diesem Falle kann sich ein Heidelbeer-Rotbuchenwald ausbilden (vgl. MIEDERS 1987). Alte Rotbuchenwälder werden auch als Rotbuchen-Hallenwälder bezeichnet, da der Hohe Deckungsgrad der Baumkronen in Verbindung mit den mächtigen Baumstämmen dem Bestand einen säulenhallenartigen Charakter verleihen.

Schattige und frische Siepen und Nordlagen sind im Südwestfälischen Bergland gelegentlich Standort des Farn-Buchenwaldes (vgl. MIEDERS 1987). Charakterart des Farn-Buchenwaldes ist der Eichenfarn Gymnocarpium dryopteris. Daneben findet man Gewöhnlichen Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), Frauenfarn (Athyrium filix-femina) und Buchenfarn (Thelypteris phegopteris). Seltener stößt man auf das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana). Das relativ wintermilde Nordwest-Sauerland ist zum Beispiel auf der Wiblingwerder Hochfläche Standort des Stechpalmen-Rotbuchenwaldes (Ilici-Fagetum). Charakterart dieser Waldgesellschaft ist die Hülse oder Stechpalme Ilex aquifolium, welche zum Beispiel im NSG Lohhagen bei Wiblingwerde oder in Siepen an der Ostabdachung der Wiblingwerder Hochfläche einige prächtige Bestände ausbildet.

Einige ältere Traubeneichen und Stieleichen sind in der Baumschicht auch ansonsten dicht geschlossener Rotbuchenbestände nicht selten zu finden. Sie zeugen z.T. von ehemaliger Plenter-, Nieder-, oder Mittelwaldnutzung (Vgl. Abschnitt 2.3). Bei dichtem Kronenschluß der Rotbuchen können sich die lichtliebenden Eichen aber nicht mehr verjüngen.

Bei einer Exkursion in einen Bodensauren Rotbuchenwald stellt sich schnell heraus, dass man relativ selten auf größere Tiere trifft. Gelegentlich schreckt man z. B. einige Stück Rehwild, Hasen oder Wildschweine auf. Insbesondere Wildschweine wissen die im Herbst anfallenden Bucheckern als Stärkelieferanten zu schätzen, sind aber für den Rest des Jahres zur Nahrungssuche wie auch Reh und Hase auf an den Wald angrenzende landwirtschaftliche Nutzflächen angewiesen. Sie bevorzugen daher ein Mosaik aus Wald, Wiesen, Ackerflächen und Feldgehölzen und sind nicht als reine Waldtiere zu bezeichnen.

Das meiste tierische Leben spielt sich hoch in den Baumkronen oder am Waldboden ab. Am auffälligsten sind im Frühjahr die verschiedenen Stimmen der Waldvögel. Regelmäßig vertreten sind insbesondere Amsel, Singdrossel, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Blaumeise, Kohlmeise, Kleiber und Baumläufer. Die Haubenmeise zimmert im Gegensatz zu anderen Meisen ihre Bruthöhle selbst und ist auf tote und absterbende Bäume im Bestand angewiesen. Blau- und Kohlmeise beziehen Nistkästen oder verlassende Nisthöhlen der verschiedenen Spechtarten. Von diesen sind im Rotbuchenwald Buntspecht und Schwarzspecht die häufigsten. Der Schwarzspecht ist als einzige Spechtart in der Lage, seine Bruthöhlen auch in das Holz lebender und gesunder Buchen zu zimmern. Aufgrund der größe seiner Höhlen ist das Vorkommen des Schwarzspechtes Vorrausetzung für die Anwesenheit einiger anderer höhlenbewohnender Vogelarten, die ihre Bruthöhlen nicht selbst zimmern können. Gute Beispiele für solche Vogelarten sind Hohltaube und Raufußkauz. Fehlt der Specht, sind sie auf Nistkästen angewiesen.

Unter den Eulen ist außerdem der Waldkauz regelmäßiger Bewohner alter Rotbuchen-Hallenwälder. Er akzeptiert alle Arten von Höhlen als Brutplatz, neben Baumhöhlen und Nistkästen zum Beispiel auch geeignete Höhlen und Nischen in diversen Gebäuden. Ebenfalls ein typischer Waldvogel ist der Eichelhäher. Eichelhäher schätzen die Früchte der Buchen und Eichen als Nahrung. Nicht selten legen sie im Herbst Vorratsdepots aus Bucheckern, Eicheln und Haselnüssen an. Einige dieser Depots werden vergessen und tragen dann zur Naturverjüngung des Waldes bei. Besonders gut ist dies an Forstwegsböschungen zu beobachten, wo im Frühjahr nicht selten ganze Gruppen junger Buchen und Eichen aufkeimen, ohne das direkt über ihnen ein Altbaum steht.

Einziger wirklicher Bodenvogel älterer Rotbuchen-Hallenwälder ist die Waldschnepfe, welche vor allem nachtaktiv ist. Mit ihrem langen Schnabel stochert sie im Waldboden nach Gliederfüßern und Regenwürmern. Tagsüber wird sie allenfalls zufällig aufgeschreckt, eher sieht man sie nachts im Licht der Autoscheinwerfer, wenn sie zum Beispiel Forstwege überfliegt. Unter den häufigen Kleinsäugern am und im Waldboden sind Gelbhalsmaus und Rötelmaus im Allgemeinen die häufigsten. Die Gelbhalsmaus sucht vor allem nachts, manchmal auch in Dämmerung am Waldboden nach Bucheckern, Eicheln, Haselnüssen und Knospen. Auch tierische Nahrung in Form von Insekten und Schnecken wird von ihr nicht verschmäht. In Mastjahren, d. h. wenn die Buchen und Eichen massenhaft Früchte produzieren, wird der Bestand der Gelbhalsmaus erheblich gefördert. Gelbhalsmäuse legen ähnlich wie Eichelhäher unterirdische Nahrungdepots an und tragen so  dazu bei, das sich die Waldbäume verjüngen und ausbreiten können. Tagsüber verbringen sie die meiste Zeit in ausgedehnten Erdbauten. Die Mäuse schaffen durch ihre umfangreichen Grabetätigkeiten im Laufe der Zeit ausgedehnte Röhrensysteme, die mit natürlichen Hohlräumen z. B. unter Steinen in Verbindung stehen. Diejenigen Teile des Röhrensystems, welche von den Mäusen nicht oder nur sporadisch benutzt werden, dienen als Rückzugsräume für waldbewohnende Amphibien wie Feuersalamander, Erdkröten und Molche. Auch Laufkäfer sind hier nicht selten zu finden.

Abb. 6: Rötelmaus (links) und Gelbhalsmaus (rechts) zählen zu den häufigsten Säugern des Rotbuchenwaldes. Foto Gelbhalsmaus: Stephan Bürger, 18.08.2007, Foto Rötelmaus: Wilhelm Waltermann.

Die Rötelmaus zählt im Gegensatz zur Gelbhalsmaus nicht zu den Echten Mäusen (Muridae) sondern zu den Wühlern (Cricetidae). Ihr Bestand unterliegt starken Schwankungen. In manchen Jahren ist die Art außerordentlich häufig anzutreffen. Die Rötelmäuse sind dann auch tagsüber zu beobachten und laufen emsig auf dem Waldboden herum. Bei sehr hoher Besatzdichte kommt es nicht selten zu Aggressionen und Kämpfen zwischen den Tieren. Während dieser Kämpfe verhalten sie sich sehr unvorsichtig und lassen sich für gewöhnlich nicht einmal durch einen nahe vorbeigehenden Waldspaziergänger aufschrecken. Die Feinde der Rötelmaus wissen ihr häufiges Auftreten in den "Mäusejahren" zu schätzen. Zu diesen Feinden zählen unter anderen Mäusebussard, Waldkauz und Raufußkauz. Der Mäusebussard, eigentlich eher ein Vogel der Waldränder und der halboffenen Kulturlandschaft, dringt dann verstärkt in den Wald ein und sucht dort nach Mäusen.

Die Laufkäfer, welche die Röhrensysteme der Kleinsäuger gelegentlich als Versteckplätze nutzen, sind die auffälligsten Insekten am Waldboden. Man sieht sie allerdings vorwiegend nachts. Lediglich die größte Art, der Lederlaufkäfer Carabus coriaceus, ist gelegentlich auch tagsüber anzutreffen. Andere Arten findet man eher durch umdrehen von Steinen und morschem Holz. Die wahrscheinlich häufigsten größeren Laufkäfer sind im bodensauren Rotbuchenwäldern des Südwestfälischen Berglandes der Große Breitkäfer Abax parallelepipedus und verschiedene Arten der Grabkäfer, darunter vor allem Pterostichus niger und Pterostichus melanarius. Aus der Gattung Carabus sind neben dem Lederlaufkäfer vor allem der Hainlaufkäfer Carabus nemoralis, der Blauviolette Waldlaufkäfer Carabus problematicus und der Goldglänzende Laufkäfer Carabus auronitens im Rotbuchenwald anzutreffen. Die meisten Laufkäferarten ernähren sich vorwiegend räuberisch. Erbeutet werden vor allem bodenlebende Insekten, Schnecken und Regenwürmer. Die Beute wird zunächst mit Hilfe der kräftigen Mandibeln gepackt und dann extraintestinal verdaut. Extraintestinale Verdauung meint, dass die Verdauung der Beute bereits ausserhalb des Körpers beginnt. Die Laufkäfer sondern dazu ein Verdauungsekret aus der Mitteldarmdrüse auf ihre Beute. Diese wird zersetzt, nimmt eine breiartige Konsistenz an und kann durch den Käfer anschließend aufgesaugt werden.

Größere Laufkäfer finden als Räuber in bodensauren Rotbuchenwäldern ihr Auskommen und sind im Allgemeinen nicht selten. Interessanterweise bieten ihnen diese Gesellschaften im Vergleich mit Rotbuchenwäldern auf Kalk jedoch weniger Nahrung. Dies gilt insbesondere für die armen und sauren Standorte der Artenarmen Hainsimsen-Rotbuchenwälder. Hier sind nur relativ wenige größere Regenwürmer und bodenlebende Gliederfüßer zu finden. Insbesondere große Regenwürmer sind selten, sodass die anfallende Laubstreu nur wenig in den Boden eingearbeitet wird und sich auf der Bodenoberfläche ansammelt (ELLENBERG 1996). Die Zersetzung der Laubstreu wird in Hainsimsen-Rotbuchenwäldern im Wesentlichen von Pilzen geleistet. Von diesen wichtigen Waldbewohnern nimmt man in der Regel nur die im Spätsommer und Herbst erscheinenden Fruchtkörper wahr (vgl. Abb. 7). Tatsächlich ist der Waldboden unterhalb der Streudecke  jedoch von einem Geflecht aus fadenförmigen Pilzzellen (Hyphen) durchzogen.

Die Rotbuche geht mit einigen Pilzarten eine Symbiose ein, die als Ektomykorrhiza bezeichnet wird. Dabei treten Pilzhyphen mit den Feinwurzeln der Waldbäume in Kontakt und bilden einen Mantel um die Feinwurzelenden. Ausgehend von diesem Mantel wachsen Pilzhyphen in die Interzellulare der Feinwurzel ein. Die an der Mykorrhiza beteiligten Feinwurzelenden sind kurz verdickt und zeigen eine typische, korallenförmige Verzweigung. Durch die Symbiose mit dem Pilz vergrößert sich die für den Baum nutzbare resorbierende Fläche beträchtlich. Seine Möglichkeiten zur Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen werden verbessert. Darüber hinaus verbessert die Mykorrhiza die Abwehr pathogener Infektionen im Wurzelbereich des Baumes. Durch den Mantel aus Pilzhyphen wird eine Schutzschicht gegenüber Infektionen gebildet, Wurzelfäule- und Rotfäuleerreger gelangen nicht an die Wurzel. Wahrscheinlich werden durch den Pilz auch Antibiotika ausgeschieden, welche zusätzlichen Schutz ermöglichen. Im Gegenzug liefert der Baum dem Pilz wertvolle organische Nährstoffe wie Kohlehydrate.

Typische Mykorrhizapilze der Buche sind im südwestfälischen Bergland beispielsweise der Rotfußröhrling Xerocomus crystenteron und der Sommersteinpilz Boletus aestivalis. Daneben treten weitere Röhrlinge und natürlich auch Arten anderer Großpilzgruppen als Mykorrhizapartner der Rotbuche auf. Abbildung 7 zeigt die Fruchtkörper zweier Pilzarten, die ich im Spätsommer 2011 in einem Artenarmen Hainsimsen-Rotbuchenwald auf dem Nettenscheid bei Altena finden konnte. Der Gallenröhrling Tylopilus felleus (links) ist ein unspezifischer Mykorrhizapartner verschiedener Laub- und Nadelbäume. Die Ziegenlippe Xerocomus subtomentosus (rechts) bevorzugt als Baumpartner die Rotbuche, findet sich gelegentlich jedoch auch bei im Sauerland nicht heimischen Fichten und Tannen.

Abb. 7: Mykorrhizabildende Pilze im bodensauren Rotbuchenwald: Gallenröhrling (links) und Ziegenlippe (rechts). Fundort: Altena-Nettenscheid, Artenarmer Hainsimsen-Rotbuchenwald oberhalb einer Forstwegböschung, 31.08.2011.

Das heutige Ausmaß von Straßenverkehr und industrialisierter Landwirtschaft führt zu einem erhöhten Stickstoffeintrag von Straßen und landwirtschaftlich Genutzten Flächen in die Umgebung, welcher auch die Rotbuchenwälder betrifft. Stärker als die Rotbuche werden dadurch ihre Mykorrhizapartner geschädigt, sodass viele Großpilze des Rotbuchenwaldes heute selten geworden sind. Bodensaure Rotbuchenwälder selbst sind durch ihre geringe Wirtschaftlichkeit im Vergleich mit schnellwachsenden, exotischen Baumarten wie Douglasie und Fichte gefährdet. Die systematische Anpflanzung im Südwestfälischen Bergland nicht heimischer Nadelbaumarten durch die industriell betriebene Forstwirtschaft hat insbesondere in manchen Gebieten des Hochsauerlandes dazu geführt, dass Rotbuchenwälder und andere potenziell natürliche Laubwaldgesellschaften dort nur noch selten zu finden sind (vgl. 2.5).

2.2 Rotbuchenwälder auf Karbonatgestein

Rotbuchenwälder auf Karbonatgestein grenzen sich hinsichtlich ihrer floristischen Austattung gegenüber den bodensauren Rotbuchenwaldgesellschaften scharf ab. Das bedeutet, dass vor allem in ihrer Krautschicht ganz andere Pflanzen findet. Typische Säurezeiger wie Drahtschmiele und Heidelbeere fehlen. Stattdessen stößt man auf Pflanzensippen, die mit schwach sauren, neutralen oder alkalischen Bodenbedingungen gut zurechtkommen. Diese Sippen werden als Basophyten bezeichnet. Einer der häufigsten Basophyten ist der Waldmeister Galium odoratum. Er ist Charakterart des Waldmeister-Rotbuchenwaldes (Galio-odorati-Fagetum, Abb. 8), einem der häufigsten Rotbuchenwaldtypen auf Kalkgestein. Waldmeister-Rotbuchenwälder findet man vor allem im Bereich der Massenkalkzuges von Hagen bis Balve sowie auf den verstreuten Kalklinsen, wie sie zum Beispiel in den Fredeburger Schichten des Schmallenberger Raumes nicht selten sind. Da der Humus in seinem Boden als Mull vorliegt, wird der Waldmeister-Rotbuchenwald zu den Mull-Rotbuchenwäldern gezählt. Da Galium odoratum neben einem gewissen Basengehalt auch mullhaltige Böden bevorzugt, gilt er dem entsprechend nicht nur als Basophyt, sondern auch als Mullzeiger bzw. Mullwurzler. Neben dem Waldmeister stößt man im Waldmeister-Rotbuchenwald auf weitere Basophyten und Mullwurzler, d. h. Mull liebende Pflanzensippen. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang insbesondere Goldnessel (Galeobdolon luteum), Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana), Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) und Busch-Windröschen (Anemone nemorosa).

Abb. 8: Waldmeister-Rotbuchenwald im NSG Weißenstein bei Hagen-Holthausen. Foto: Chr. Schwerdt, 20.04.2012.

In den Kalkgebieten kommt neben dem Waldmeister-Rotbuchenwald noch ein anderer Mull-Rotbuchenwald vor. Es handelt sich um den Perlgras-Rotbuchenwald (Melico-Fagetum). Charakterart dieser Waldgesellschaft ist das Einblütige Perlgras Melica uniflora, welches den Waldboden oftmals herdenweise bedeckt und somit hohe Deckungsgrade erreicht. Manche Geobotaniker führen den Waldmeister-Rotbuchenwald als Subassoziation des Perlgras-Rotbuchenwaldes (MIEDERS 1987). Tatsächlich sind sich beide hinsichtlich ihres Artenspektrums sehr ähnlich. Für den Beobachter ergeben sich im Gelände jedoch erhebliche optische Unterschiede, da dem Waldmeister-Rotbuchenwald die auffälligen Herden des Perlgrases fehlen. Eine weitere, flächenmäßig weniger bedeutende Rotbuchenwaldgesellschaft der Kalkgebiete ist der Orchideen- oder Seggen-Rotbuchenwald (Cephalantero-Fagetum). Orchideen-Rotbuchenwälder wachsen auf Standorten, welche für den Waldmeister zu flachgründig und vor allem im Sommer zu trocken sind. Sie beherbergen eine ganze Reihe seltener und bedrohter Pflanzenarten, so zum Beispiel die beiden Charakterarten Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra) und Weißes Waldvögelein (Cephalanthera damasonium). Nur noch wenige Orchideen-Rotbuchenwälder haben sich bis heute erhalten. Einer der letzten schönen Bestände existiert im NSG Mastberg bei Hagen-Holthausen.

Die Tierwelt der Rotbuchenwälder unterscheidet sich in nur wenigen Punkten von jener der bodensauren-Rotbuchenwaldgesellschaften. Eine dieser Ausnahmen betrifft die Bodenfauna. Die Bodenverhältnisse in Mull-Rotbuchenwäldern begünstigen insbesondere größere Regenwürmer (Lumbricidae), sodass diese erheblich häufiger auftreten als beispielsweise im Hainsimsen-Rotbuchenwald (vgl. oben, ELLENBERG 1996). Hinsichtlich der Pilzflora ist zu sagen, dass zumindest einige wichtige Mykorrhiza-Partner der Rotbuche, wie der Sommer-Steinpilz oder der Rotfuß-Röhrling sowohl in bodensauren als auch in Rotbuchenwäldern auf Karbonatgestein vorkommen können.

2.3 Traubeneichen-Birkenwälder und Traubeneichen-Birken-Niederwälder

Traubeneichen-Birkenwälder und Traubeneichen-Birken-Niederwälder entstanden im Südwestfälischen Bergland durch historische Formen der Waldnutzung. Beide Gesellschaften sind sehr ähnlich und häufig miteinander verzahnt. Daher werden sie im Folgenden aus Gründen der Übersichtlichkeit auch als Traubeneichen-Birkenwälder oder Traubeneichen-Birkenwaldgesellshaften verzeichnet. Um die Herkunft der Traubeneichen-Birkenwaldgesellschaften zu verstehen, ist ein Blick in die Naturgeschichte des Südwestfälischen Berglandes notwendig. Im Gegensatz zu heute war es in vergangenen Jahrhunderten üblich, das Vieh und dabei insbesondere Ziegen und Schafe zur Weide in die Wälder zu treiben (sog. Waldweide). Die Tiere befraßen neu aufkommende Bäume, sodass die lichtliebenden Arten Besenheide (Calluna vulgaris) und Wachholder (Juniperus communis) begünstigt wurden. Es entstanden Heidegesellschaften, insbesondere die Wachholder-Bergheiden, welche heute nur noch in wenigen Relikten vorhanden sind. Durch Nutzung der Streu wurde der Boden weiterhin ausgehagert, sodass bei nachlassender Beweidung statt der Rotbuchen zunächst anspruchslosere Birken und Traubeneichen aufkamen. Auf diese Weise entwickelten sich die Heidegesellschaften zu lichten Traubeneichen-Birkenwäldern mit Heidelbeere. Zum Teil wurden die Eichen im Rythmus von 15-30 Jahren auf den Stock gesetzt, sodass sich Traubeneichen-Birken-Niederwälder ausbildeten (vgl. Abb. 9). Da die Traubeneiche oft an mehreren Stellen neu ausschlägt, wenn sie auf den Stock gesetzt wird, findet man in den Niederwäldern nicht selten eindrucksvolle, aus Stockausschlägen hervorgegangene "Mehrstammeichen", welche manchmal auch noch nach Überführung der Bestände in Hochwald von ehemaliger Niederwaldnutzung zeugen.

Abb. 9: Traubeneichen-Birkenwald auf dem Nettenscheid bei Altena. Spuren ehemaliger Niederwaldnutzung in Form mehrstämmiger Eichen und Buchen sind noch heute im Bestand zu erkennen (Im Bild z.B. mittig und hinten rechts). Da der Traubeneichen-Birkenwald relativ viel Licht an den Boden läßt, konnte sich die Heidelbeere in der Krautschicht großflächig ausbreiten. Foto: Dominik Weber.

Da die meisten Traubeneichen-Birkenwälderauf bodensauren Standorten wachsen, finden sich in ihrer Krautschicht verschiedene Arten, die wir schon bei der Vorstellung der bodensauren Rotbuchenwälder kennengelernt haben. Insbesondere Heidelbeere und Drahtschmiele sind in der Regel zahlreich vertreten und bilden am Waldboden teilweise dichte Teppiche aus (Abb. 9). Beide Arten profitieren davon, dass Birken und Traubeneichen im Gegensatz zur Rotbuche relativ viel Licht an den Boden lassen. Sie sind daher in Traubeneichen-Birkenwäldern sehr wüchsig bzw. von großer Vitalität. Nicht selten trifft man weiterhin auf Jungwuchs der Rotbuche, welcher darauf hinweist, dass die Standorte der Traubeneichen-Birkenwälder und Traubeneichen-Birken-Niederwälder potenzielle Standorte bodensaurer Rotbuchenwaldgesellschaften sind. Durch die Aushagerung des Bodens, durch die Streunutzung früherer Jahrhunderte und ihre im Gegensatz zur Traubeneiche geringere Ausschlagsfähigkeit war die Rotbuche hier vorübergehend zurückgedrängt worden. Der menschlich bedingte Eintrag von Luftstickstoff und die Aufgabe der Niederwaldnutzung ermöglichen ihr heute jedoch, ihre ehemaligen Standorte allmählich zurückzuerobern. Die Traubeneichen-Birkenwaldgesellschaften sind also Ersatzgesellschaften und durch historische Waldbewirtschaftungsformen anstelle der Rotbuchenwälder getreten. Wie alle Laubwaldgesellschaften sind sie heute in ihrem Bestand gefährdet. Ihre geringe Rentabilität führte im vergangenen Jahrhundert dazu, dass sie  größtenteils vernichtet und durch Anpflanzungen nicht bodenständiger Nadelhölzer ersetzt wurden. Auch die noch verbliebenen Bestände sind in der Regel gefährdet, weil sie potenzielle Standorte für Monokulturen der industrialisierten Forstwirtschaft darstellen.

Die Fauna der Traubeichen-Birkenwaldgesellschaften ähnelt jener der Rotbuchenwälder. Da jedoch relativ viel Sonnenlicht auf den Waldboden trifft, können einige lichtliebende Arten vermehrt in ihre Bestände eindringen. Im Laufe eines Tages wandern mit der Sonne viele Lichtflecken über den Waldboden. Das Licht erwärmt die obere Streuschicht und dem Boden flach aufliegende Steinplatten, was vor allem Reptilien wie die Blindschleiche Anguis fragilis (Abb. 10) und die Waldeidechse Zootoca vivipara zu Nutzen wissen. Auch Ameisen treten unter flachen Steinen gehäuft auf. Zu erwähnen sind hier insbesondere die vielen kleineren und größeren Kolonien der Großen Roten Waldameise Formica rufa (Abb.10).

Abb. 10: Junge Blindschleiche im Traubeneichen-Birkenwald auf dem Nettenscheid bei Altena. Die Schleichen profitieren von der Erwärmung flacher Steine durch das Sonnenlicht im Laufe des Tages. Bei ökologischen Exkursionen sind sie durch das Umdrehen solcher Steine relativ gut zu finden. Foto: Chr. Schwerdt.

Die Pilzflora der Traubeneichen-Birkenwälder enthält neben Arten, welche auch in Rotbuchenwäldern vorkommen, einige Mykorrhizapartner der Birken. Die Bekanntesten unter ihnen sind sicher der Birkenpilz Leccinum scabrum und der Fliegenpilz Amanita muscaria (beide Abbildung 11).

Abb 11: Mykorrhizapartner der Birken (Moor- und Hängebirken): Birkenpilz (links) und Fliegenpilz (rechts). Fundort Birkenpilz: Nettenscheid, Birken-Pionierwald. Fundort Fliegenpilz: Nettenscheid, Traubeneichen-Birkenwald mit einigen jungen Fichten. Fotos: Chr. Schwerdt.

Der Birkenpilz zählt  zu den im Südwestfälischen Bergland häufig gesammelten Speisepilzen. Vom Verzehr von Fliegenpilzen ist dagegen wegen ihrer Giftigkeit abzuraten. Die Komplexität ihrer Giftwirkung ist jedoch ein interessanter Gegenstand für den Schulunterricht in Neurobiologie, sodass es Sinn macht, kurz darauf einzugehen. Hauptwirkstoff des Fliegenpilzes ist die Ibotensäure, eine nicht oder sehr schwach psychoaktive, nicht proteinogene Aminosäure. Nicht proteinogen meint, dass Ibotensäure nicht wie andere Aminosäuren bei der Synthetisierung bzw. als Baustein von Proteinen Verwendung findet. Im menschlichen Körper ruft Ibotensäure Übelkeit und Erbrechen hervor. Wird der Fliegenpilz getrocknet, wandelt sich Ibotensäure durch Decarboxylierung in Muscimol um. Muscimol ist weitaus psychoaktiver als Ibotensäure und stellt den Hauptwirkstoff des Pilzes im getrockneten Zustand. Nimmt man beim Verzehr getrockneter Fliegenpilze etwa 15 mg Muscimol oder mehr auf, so kommt es zu Symptomen wie Benommenheit, Schwindel, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen und Halluzinationen. Bei sibirischen Völkern ist der Fliegenpilz daher als Rauschdroge bekannt. Die Droge ist allerdings schlecht zu dosieren, sodass es wegen der möglichen Heftigkeit ihrer Wirkung und einer möglichen Leberschädigung besser ist, keine Selbstversuche zu unternehmen. Todesfälle nach dem Genuß von Fliegenpilzen sind bisher allerdings nicht bekannt geworden (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegenpilz).

2.4 Schluchtwälder

Schluchtwälder findet man im Südwestfälischen Bergland vor allem in den engen V-förmigen Tälern und Siepen. Sie sind im Allgemeinen dadurch gekennzeichnet, dass die Rotbuche gegenüber anderen Baumarten wie Gewöhnlicher Esche (Fraxinus exelsior) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus) in den Hintergrund tritt. Man spricht daher in unserer Region vom Eschen-Ahorn-Schluchtwald oder Eschen-Ahorn-Steinschutt-Hangwald (Fraxino-Aceretum). Die Standorte der Eschen-Ahorn-Schluchtwälder sind im Allgemeinen steile, felsige und schroffe Nord- und Nordosthänge (vgl. MIEDERS 1987), welche schattig und luftfeucht sind. Sie bieten eine gute Wasserversorgung ohne stauende Nässe. In den Fugen des Felsen sammelt sich darüber hinaus Feinerde an, welche eine relativ günstige Nährstoffversorgung ermöglicht. Von Bereichen mit hoher Bodeninstabilität abgesehen gedeiht die Rotbuche in Schluchtwäldern relativ gut und ist nicht selten auch mit einigen stattlichen Exemplaren vertreten (vgl. ELLENBERG 1996). Esche, Bergahorn und z.T. Spitzahorn können sich jedoch an den meisten Stellen gegenüber der Rotbuche behaupten, da sie durch die gute Wasser und Nährstoffversorgung im Schluchtwald an Konkurrenzkraft zunehmen. Die Krautschicht der Schluchtwälder ähnelt im Allgemeinen jener der artenreichen Rotbuchenwälder. Man findet jedoch einige für Schluchtwaldgesellschaften typische Arten wie das ausdauernde Silberblatt Lunaria rediviva und die Zwiebel-Zahnwurz Cardamine bulbifera. Hinsichtlich ihrer Tierwelt ähneln die Schluchtwälder im Wesentlichen artenreicheren Rotbuchenwaldgesellschaften.

2.5 Naturferne Forsten

Nach MIEDERS waren 1987 etwa 70% der Holzbodenfläche des Märkischen Kreises von forstlichen Monokulturen bedeckt. Diese Forstgesellschaften (ELLENBERG 1996) bedecken auch im im Südwestfälischen Bergland des 21sten Jahrhundert erheblich mehr Fläche als alle natürlichen Waldgesellschaften. Ihre Ära begann bereits im 19ten Jahrhundert mit Einbringung und Anpflanzung der nicht bodenständigen Fichte auf ehemalige Waldstandorte, welche vorher z.T. durch Waldweide und Streunutzung degradiert waren. In den Folge weitete man den Fichtenanbau immer mehr aus. Äcker und Weiden wurden nach Aufgabe der Landwirtschaft mit Fichten aufgeforstet. Laubwaldgesellschaften, insbesondere Traubeneichen-Birkenwälder mußten weichen und wurden durch Fichtenmonokulturen ersetzt. Als sich gegen Ende des 20sten Jahrhunderts und der Sturmkatastrophe von 2007 nach und nach zeigte, dass die Fichte im Südwestfälischen Bergland durch sommerliche Trockenperioden, Windwurf und Windbruch gefährdet ist, ging man dazu über, weitere exotische Nadelgehölze in großem Maßstab einzuführen und anzupflanzen (vgl. Abb. 12). Am bedeutsamsten ist in diesem Zusammenhang die Douglasie oder Douglastanne (Pseudotsuga menziesii). Monokulturen von Douglasie und Fichte sind heute insbesondere in weiten Teilen des Hochsauerlandes ein wichtiger Landschaftsbestandteil. Für die Forstwirtschaft sind Fichte und Douglasie wegen ihrer Wüchsigkeit auf ungünstigen und nährstoffarmen Standorten daher auch heute noch sehr bedeutsam.

2007 vernichte der Orkan Kyrill im Sauerland zahlreiche Fichtenmonokulturen. In der Folge wurde meist wieder mit Fichten, teilweise aber auch mit Douglasien wieder aufgeforstet. Die Forstwirtschaft erhofft  sich von der Douglasie eine grössere Wiederstandskraft gegen Stürme. Auf dem Bild ist eine durch Kyrill zerstörte Fichten-Monokultur zwischen Altena und Neuenrade zu sehen. Foto: Henning Schuppert.

Die Nadelgehölze werden zur Etragssteigerung sehr eng gepflanzt. Danach wachsen sie schnell in die Höhe und unterdrücken alle zwischenzeitlich aufgekommenen Sträucher und Kräuter. Es entstehen einförmige Stangenhölzer, in denen die Bäume dicht an dicht aneinanderstehen. Sofern sie nicht im Alter durchforstet werden, lassen forstliche Monokulturen daher nur sehr wenig Licht an den Waldboden. Krautschicht und Strauchschicht sind dem entsprechend stark unterdrückt oder fehlen (vgl. Abb. 13). Ein Aufbau aus mehreren Stockwerken, wie er für die meisten Laubwaldgesellschaften typisch ist, ist in Monokulturen dementsprechend nicht ausgebildet.

Abb. 13: Rotbuchenwald (hier: Montaner Bärlapp-Rotbuchenwald, links) und Fichtenforst (rechts) im Vergleich. Der Rotbuchenwald ist als natürliche Waldgesellschaft in mehrere Stockwerke gegliedert. Im Fichtenforst dagegen sind alle Bäume gleich alt. Es wird daher nur eine einzige Baumschicht ausgebildet. Da die Bäume sehr eng gepflanzt wurden, dringt nur sehr wenig Sonnenlicht durch ihr Kronendach. Zweite Baumschicht-, Strauch- und Krautschicht sind durch Lichtmangel unterdrückt und dem entsprechend nicht ausgebildet. Zeichnung: Chr. Schwerdt.

Forste mit Fichten und Douglasien sind daher meistens sehr artenarm und werden wegen dieser Artenarmut von Naturschützern kritisiert. Nur wenn man ihren Bestand nach einigen Jahrzehnten Dunkelwaldphase im Rahmen forstwirtschaftlicher Maßnahmen auflichtet, können sich Kraut- und seltener Strauchschicht ausbilden. Zusätzlich kann man dann auch eine Moosschicht antreffen, welche zuweilen recht artenreich ist. Die Moose werden vor allem dadurch gefördert, dass sie Nadelstreu der Fichten leichter durchwachsen können als eine Streuschicht aus den relativ großen Blättern der Rotbuche (ELLENBERG 1996). Das auffällgste und wahrscheinlich auch eines der häufigsten Moose am Waldboden durchforsteter Monokulturen ist dabei das Frauenhaarmoos Polytrichum commune. In der Krautschicht stößt man meistens auf Arten, welche für den am jeweiligen Standort potenziell vertretenen Rotbuchenwald typisch wären, so zum Beispiel in Kammlagen und an Südhängen auf die Drahtschmiele und an Nordhängen auf Farne wie den Gewöhnlichen Wurmfarn.

Auch die Fauna der Monokulturen ist aufgrund ihres einförmigen Aufbaus im Allgemeinen artenärmer als jene der Laubwaldgesellschaften. Viele Arten der Rotbuchenwälder, insbesondere Amphibien, Kleinsäuger und Laufkäfer fehlen oder sind seltener. Man stößt allerdings auf einige Vogelarten, welche ursprünglich aus den Fichtenwäldern des Nordens und der Hochgebirge stammen und die Nadelholzforsten als Sekundärbiotop besiedeln. Darunter sind vor allem das Wintergoldhähnchen und die Tannenmeise zu nennen. Die Reptilienarten Blindschleiche, Waldeidechse und Schlingnatter besiedeln Kahlschläge und frisch angepflanzte Forsten mit kleinen und jungen Bäumen. Die Pilzflora der Fichtenmonokulturen wird von Mykorrhizapartnern der Fichte bestimmt. Bekanntester dieser Mykorrhizapartner ist wahrscheinlich der Fichten-Steinpilz Boletus edulis (Abb.14). Auch der Fliegenpilz ist gelegentlich unter Fichten zu finden. Weiterhin trifft man auf Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus), Gallenröhrling und den als Giftpilz gefürchteten Spitzhütigen Knollenblätterpilz Amanita virosa.

2.6 Bäuerliche Kulturlandschaft mit Grünland, Äckern und Feldgehölzen

Heute das Erscheinungsbild großer Teile Mitteleuropas von der Landwirtschaft dominiert. Dies ist vor allem im Tiefland, im Hügelland und in den größeren Flußtälern der Fall. Im Südwestfälischen Bergland jedoch tritt die Landwirtschaft wegen des ungünstigen Klimas und schroffen Reliefs flächenmäßig gegenüber Wald und Forst in den Hintergrund (vg. Abschnitt 1). In den Tälern sind landwirtschaftlich nutzbare Flächen zudem im Laufe des 20sten Jahrhunderts meist überbaut worden. Unrentable Flächen insbesondere in den Hanglagen wurden meist aufgeforstet (vgl. 2.5). Die gegewärtigen Schwerpunkte der Landwirtschaft konzentrieren sich im Gebiet dem entsprechend auf den verschiedenen Hochflächen. Viele der heute noch verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebe haben in den 1960er und 1970er Jahren einen Strukturwandel absolviert und von Subsistenzwirtschaft auf Grünlandwirtschaft mit Milchviehhaltung umgestellt (vgl. ROSENBOHM 1995). Dabei wurden sie nicht selten aus den Ortskernen ausgesiedelt und inmitten der von ihnen bewirtschafteten Flächen neu aufgebaut (sog. Aussiedlerhöfe). Bis zur Jahrtausendwende haben einige dieser Aussiedlerhöfe von Milchwirtschaft auf Pferdehaltung umgestellten. Verbliebene Aussiedlerhöfe mit Milchwirtschaft findet man zum Beispiel auf der Wiblingwerder Hochfläche im Nordwesten des Untersuchungsgebietes. Während auf den Hochflächen um Wiblingwerde sowie im Hochsauerland Grünlandwirtschaft vorherrscht, ist  auf der Affeln-Mellener Hochfläche und im oberen Hönnetal neben Grünland auch Ackerbau von Bedeutung (vgl. Abb.13). Die typische bäuerliche Kulturlandschaft des Südwestfälischen Berglandes setzt sich also aus Wiesen, Weiden und Äckern in lokal verschieder Gewichtung zusammen, wobei insgesamt in den meisten Gebieten das Grünland vorherrscht. Weiterhin findet man eingestreute Aussiedlerhöfe, Feldgehölze und Waldflächen zu den Rändern der Hochflächen hin.

Jahrzehnte landwirtschaftlicher Intensivierung sind auch an der bäuerlichen Kulturlandschaft des Südwestfälischen Berglandes nicht vorbeigegangen. Die Parzellengröße ist jedoch im Allgemeinen noch kleiner als zum Beispiel in der nördlich angrenzenden Soester Börde und es sind noch relativ viele Feldgehölze vorhanden, was der landschaftlichen Vielfalt zugute kommt. Abbildung 13 zeigt ein Beispiel für eine typische, noch relaitv kleinstrukturierte und abwechslungsreiche Kulturlandschaft zwischen Neuenrade und Balve. Grenzen einzelne Feldparzellen aneinander, entstehen im günstigsten Fall Grenzlinien bzw. Säume, welche nur wenig bearbeitet werden und zuweilen artenreich sind. Wildkrautreiche Ackerrandstreifen kommen gelegentlich auch noch dort vor, wo Äcker an Feldwege oder Feldgehölze angrenzen oder werden im Rahmen von Naturschutzmaßnahmen von den Landwirten angelegt. Die Feldgehölze können etliche verschiedene Baum- oder Straucharten beherbegen und sind in der Regel von einem mehr oder weniger dicken Saum aus Hochstauden umgeben. Sie bieten Nist- und Ansitzmöglichkeiten für Vögel, Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für bestäubende Insekten und außerdem Deckung für Säuger, welche in den umliegenden Nutzflächen Nahrung suchen.

Abb. 13: Kleinstrukturierte Feldflur zwischen Küntrop und Balve-Höveringhausen. Im Vordergrund ein Sommerweizenfeld, dahinter Grünland (Fettwiese). Weiter rechts hinten Grünland mit Feldgehölzen, anschließend ganz hinten rechts der Ortsrand von Höveringshausen. Hinten links weitere Äcker und Grünlandstreifen, welche oben durch Wald begrenzt werden. Foto: Chr. Schwerdt, 20.08.2012.

Mehrschürige und gedüngte Fettwiesen sind der gegenwärtig wichtigste Grünlandtyp des Südwestfälischen Berglandes. Ihre floristische Ausstattung ist im Allgemeinen recht artenarm. Wichtige Wiesengräser sind im Untersuchungsraum u. a. Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Lolch (Lolium perenne), Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense) und Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata). Zu den häufigen Blütenpflanzen intensiv genutzter Fettwiesen zählen im Sauerland vor allem Löwenzahn (Taraxacum officinale), Weiß-Klee (Trifolium repens), Rot-Klee (Trifolium pratense), Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) und Zaun-Wicke (Vicia sepium). Wird Intensivgrünland neben der Mahd auch als Weide genutzt, tritt als der Scharfe Hahnenfuß Ranunculus acris als Beweidungszeiger hervor, da er vom Vieh ungern gefressen wird. Zur Tierwelt der Wiesen zählen vor allem Wirbellose und Kleinsäuger wie die Feldmaus Microtus arvalis. Typische Wiesenvögel wie Bekassine oder Kiebitz dagegen sind durch die derzeitige Form der Nutzung sehr selten geworden, da die Fettwiesen in der Regel bereits zum ersten Mal gemäht werden, während sie ihre Gelege ausbrüten. Andere Vögel sind von der frühen Mahd weniger betroffen, da sie auf Bäumen oder in Gebäuden brüten und auf den Wiesen nach Nahrung suchen. Besonders häufig kann man in diesem Zusammenhang die opportunistischen Rabenkrähen beobachten, welche zum Teil in sehr individuenreichen Schwärmen auftreten und das Grünland nach Regenwürmern, Insekten und kleinen Wirbeltieren durchsuchen. Der Mäusebussard sucht auf den Wiesen vor allem nach Regenwürmern und Mäusen. Nicht selten sieht man ihn entweder im Suchflug oder scheinbar regungslos auf den Wiesen sitzen, wenn er seiner Beute auflauert. Manchmal läuft er auch langsam auf den Wiesen umher, bis er ein geeignetes Mauseloch für den Ansitz gefunden hat. Regelmäßig kann man auch Turmfalken beobachten, welche ihrer Beute im typischen Rüttelflug auflauern und plötzlich herabstoßen, wenn sich eine Maus regt. Die Falken nutzen gelegentlich auch Zaunpfähle oder Feldgehölze als Ansitz, auf dem Wiesenboden halten sie sich im Gegensatz zum Mäusebussard jedoch nur selten für längere Zeit auf. Gelegentlich sieht man auf Fettwiesen auch kleinere Schwärme oder Trupps der Ringeltaube, die manchmal von einzelnen Exemplaren der Hohltaube begleitet werden. Die Tauben nehmen auf den Wiesen vorwiegend Kräuter auf, erbeuten jedoch seltener auch Insekten, Regenwürmer und kleine Mollusken. Drosseln wie die Wachholderdrossel benötigen Feldgehölze als Nistplatz. Sie suchen auf den Wiesen vorwiegend nach Regenwürmern. In der kalten Jahreszeit sind sie auf ein reichhaltiges Angebot an Beeren angewiesen, welches sie nur in einer kleinstrukturierten Landschaft antreffen. Säuger wie Reh, Hase und Igel finden tagsüber Deckung in Feldgehölzen. Abends und nachts kann man sie auf den Wiesen bei der Nahrungsaufnahme beobachten.

Ackerbau wird im Südwestfälischen Bergland bis zum Beginn der Montanstufe ab 500 m Meereshöhe betrieben (vgl. oben). Die häufigsten Feldfrüchte sind Mais, Weizen, Gerste, Raps und Kartoffeln. Seltener angebaut werden Hafer, Roggen und Triticale, eine Kreuzung zwischen Roggen und Weizen. Die Feldfrüchte der Äcker werden je nach Klima und Bodenbeschaffenheit von verschiedenen Pflanzen begleitet, welche landläufig als Ackerunkräuter, Ackerbegleitkräuter oder Ackerwildkräuter bezeichnet werden. Obwohl botanisch nicht ganz korrekt, wird im Sinne von HOFMEISTER (1986) der Begriff Ackerunkräuter weiterverwendet, da er allgemein verbreitet ist und auch von den meisten Pflanzensoziologen verwendet wird. HOFMEISTER (l.c.) unterscheidet je nach angebauter Feldfrucht und  vorherrschenden Standortbedingungen verschiedene Ackerundkrautgesellschaften. Typisch für Wintergetreide-Äcker auf sauren Standorten des Mittelgebirges ist der Verband der Ackerfrauenmantel-Gesellschaften (Aphanion arvensis). Er bildet zahlreiche Assoziationen aus, welche aber aufgrund des starken Herbizid-Einsatzes der letzten Jahrzehnte im Gelände kaum noch wiederzuerkennbar sind. Stattdessen stößt man meistens auf sog. Fragmentgesellschaften, welche einzelne Arten verschiedener Assoziationen, Verbandscharakterarten und Begleiter beinhalten können. Noch relativ häufige Ackerbegleitkräuter der Ackerfrauenmantel-Fragmentgesellschaften sind im Südwestfälischen Bergland Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Stechender Hohlzahn (Galeopsis-tetrahit) Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense), Kornblume (Centaurea cyanus) und Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis). Weiterhin stößt man häufig auf Stickstoffzeiger wie die Große-Brennessel Urtica dioica und den Giersch Aegopodium podagraria. Diese beiden Arten sind zugleich Charakterarten der stickstoffliebenden Brennessel-Giersch-Flur. Sie sind umso häufiger, je mehr Dünger eingesetzt wird und haben seit den 1960er Jahren immer mehr zugenommen. Streifenartige Brennessel-Giersch-Fluren findet man dort, wo Äcker an Feldwege grenzen. Diese Saumhabitate ermöglichen es Brennessel und Giersch, in die Ackerrandstreifen einzudringen. Brennessel-Girsch-Fluren stellen für gewöhnlich auch den Hochstaudensaum, welcher typischerweise die Feldgehölze umgibt.

Feldvögel sind sicherlich die auffälligsten Tiere der Äcker. Typische Arten der Feldflur im Südwestfälischen Bergland sind Feldlerche, Wachtel und Goldammer (Abb. 14). Die Feldlerche ist ein robuster und rundbäuchiger Singvogel, welcher seine Ferden auf dem Kopf häufig zu einer kleinen Haube aufstellt. Feldlerchen sind Bodenbrüter. Ihr Nest besteht dem entsprechend aus einer flachen und mit Gras ausgekleideten Bodenmulde. Aufgrund ihrer speziellen Brutbiologie sind Feldlerchen Pestiziden und Herbiziden relativ schutzlos ausgeliefert, was in ganz Deutschland zu einer deutlichen Abnahme der Bestände geführt hat. Die Wachtel ist wie die Feldlerche ein typischer Bodenvogel und der einzige Zugvogel unter den europäischen Hühnervögeln. Im Südwestfälischen Bergland erscheint er nicht vor Ende Mai und bleibt meistens nur bis zur Getreideernte im Juli/August. Beobachtungen des Verfassers im Affelner Raum zeigten, dass die Wachteln vor allem Gerstenfelder besiedeln. In Weizen, Kartoffeln oder Mais sind sie etwas seltener anzutreffen. Man sieht die äusserst versteckt lebenden Vögel allerdings äusserst selten. In der Regel verraten sie sich dennoch durch ihren typischen, in der Jägersrpache als "Wachtelschlag" bezeichneten Ruf. Dieser Ruf wird vor allem nachts und in der Dämmerung vorgetragen und ist am besten mit "PiK per-wick" zu umschreiben.

Abb. 14: Die Goldammer ist ein typischer Vogel der offenen Feldflur mit Äckern, Grünland und Feldgehölzen. Foto: Wilhelm Waltermann.

Die Goldammer ist sicher der auffälligste und einer der häufigsten Vögel in der bäuerlichen Kulturlandschaft. Ihr Gesang mit dem typischen gedehnten Schlußteil ist bis weit in den Hochsommer hinein zu vernehmen. Goldammern nisten am Boden oder in bodennahen Bereichen von Rapsfeldern, Säumen, Hochstaudenfluren und Feldgehölzen. Dort werden ab April 3-5 Eier in ein mit Zweigen ausgekleidetes Napfnest gelegt. Die Nahrung der Ammer besteht aus einem Gemisch von kleinen Wirbellosen, Samen der Ackerwildkräuter und halbreifen Getreidekörnern. Im Winter werden vorwiegend Sämereien gefressen. Wie die Feldlerche ist die Goldammer durch die chemische Behandlung der Äcker gefährdet, da ihre Brut und ihre Nahrungsgrundlage beeinträchtigt werden.

Ähnlich wie in den Waldökosystemen zählen die Laufkäfer auch in den Ackerflächen des Südwestfälischen Berglandes zu den größten und auffälligsten Insekten. Sie sind aufgrund ihrer Größe und ansprechenden Färbung hervorragende Studien- und Demonstrationsobjekten bei ökologischen Exkursionen (vgl. Abschnitt 3). Eine der häufigsten Arten der Felder und Ackerrandstreifen ist der Goldlaufkäfer Carabus auratus (Abb. 15). Er ist kein ausschließlicher Ackerbewohner, sondern besiedelt alle Bestandteile der offenen Kulturllandschaft wie Äcker, Wiesen, Weiden, Feldgehölze, Säume und Waldränder. Im Inneren größerer Wälder ist Caraubus auratus hingegen nicht anzutreffen. Man kann in daher als euryöke Offenlandart bezeichnen.

Abb. 15: Der Goldlaufkäfer zählt zu den häufigsten Großlaufkäfern der offenen, abwechslungsreichen Kulturlandschaft. Im Waldesinneren wird er durch den ähnlichen Carabus auronitens ersetzt. Fundort: Nettenscheid. Foto: Chr. Schwerdt, 12.05.2012.

Ist die Agrarlandschaft durch Feldgehölze gut strukturiert, so dringen auch einige euryöke Waldarten unter den Laufkäfern in das Offenland vor. Am häufigsten sind dabei der Große Breitkäfer und der Hainlaufkäfer, welche uns bei der Besprechung der Waldgesellschaften weiter oben im Beitrag bereits begegnet sind.

2.7 Quellen und Bäche

Das Sauerland ist aufgrund der hohen Niederschläge und des zerklüfteten, stark strukturierten Reliefs reich an Quellen und kleinen Bächen. Nach FELDMANN (2009) ist das Sauerland nicht nur als Land der tausend Berge, sondern auch Quellen und Quellbäche zeigen hinsichtlich der vorrherrschenden abiotischen Faktoren sowie der vorkommenden Tierarten einige Besonderheiten, die sie von abwärts liegenden Bachabschnitten stark unterscheiden. Häufigster Quellentyp im Sauerland ist die Sickerquelle (FELDMANN 2009). Fließquellen sind  seltener und Tümpelquellen kommen fast garnicht vor. Die häufigen Sickerquellen umfassen einen mehr oder weniger großen Bereich, indem das Wasser flächenhaft aus der Erde tritt. Sie werden gerne von Wildschweinen aufgesucht und als Suhle benutzt. Nicht selten werden Quellen von Landwirten oder Naturschützern künstlich aufgestaut und bilden einen Kleingewässertyp, der als Quellstau bezeichnet wird. Die Quelle und der sich ihr unmittelbar anschließende Abschnitt des Quellbaches zeichnen sich über das Jahr durch eine konstante Temperatur aus, welche dem Jahresmittel des Quellortes entspricht. Die Temperaturamplitude der Quelle, also die Differenz zwischen minimaler und maximaler Temperatur innerhalb eines Jahres, beträgt maximal 1 °C und steigt im Verlaufe des Quellbaches langsam an. FELDMANN (2009) gibt für die Wassertemperatur 115 sauerländischer Quellen eine Durchschnittstemperatur von 7,4 °C an. Im Winter wirken die Quellen somit wie "grüne Inseln", welche wintergrünen Pflanzenarten wie dem Gegenblättrigen Milzkraut Cysoplenium oppositifolium ein Auskommen ermöglichen. Hinsichtlich ihrer Flora und Fauna zeichnen sich die Quellen durch zahlreiche typische Arten aus, welche bereits im Quellbach fehlen und dort durch typische Bacharten ersetzt werden. Typische Tierarten der sauerländischen Quellen sind der Alpenstrudelwurm Crenobia alpina und die Quellschnecke Bythinella dunkeri. Sie sind Charakterarten der quelltypischen Tiergemeinschaft, welche von Tierökologen als Bythinella-Crenobia-Zönose bezeichnet wird.

Der Übergang von Quelle zu Quellbach geschieht ansonsten sehr allmählich und ist von aussen nur schwer erkennbar. Obwohl sich Quelle und Quellbach faunistisch unterscheiden, werden sie von Ökologen gemeinsam zur Quellregion eines Fließgewässers gerechnet, welche auch als Krenal bezeichnet wird (ENGELHARDT 1989). Bachabwärts geht die Quellregion nach einigen 100 m allmählich in die Forellenregion über. Abbildung 16 zeigt die Brachtenbecke, einen Mittelgebirgsbach bei Altena, im Übergang zwischen Quell- zu Forellenbach.

Abb. 16: Der Oberlauf der Brachtenbecke bei Altena im Übergang von Quell- zu Forellenbach.

Die Bachregion eines Mittelgebirgsbaches wird unterteilt in Ober-, Mittel-, und Unterlauf (Epi -, Meta- und Hyporithral), wobei nur Ober- und Mittellauf zur Forellenregion, der Unterlauf hingegen bereits zur anschließenden Äschenregion zählt (obere Äschenregion).

Allen Abschnitten des Mittelgebirgsbaches sind nach FELDMANN (1987) und ENGELHARDT (1989) vier Merkmale gemeinsam:

  • Ein im Vergleich zu Bächen des Tieflandes relativ starkes Gefälle
  • Grobsteiniger Untergrund
  • Während des ganzen Jahres günstige Sauerstoffversorgung (O2 - Minimum nach SCHWAB l.c.: 8 mg/l  )
  • Relativ geringe mittlere Wasserführung, welche durch die hohe Fließgewässerdichte des Untersuchungsgewässers und die daraus resultierenden kleinflächigen Einzugsgebiete der Bäche begründet ist.

Gegeneinander abgegrenzt werden Quelle, Quellbach und die drei Abschnitte des Mittelgebirgsbaches (Ober- Unter- und Mittellauf, vgl. oben) durch ihre Temperaturamplitude im Jahresverlauf sowie Besiedlung durch verschiedene Charakterarten an Fischen und Wirbellosen. Problematisch erweist sich dabei, dass nur die Charakterarten der Quelle wirklich auf einen Abschnitt beschränkt bleiben, die in der Literatur häufig genannten "Charakterarten" der folgenden Bachabschnitte jedoch auch in benachbarten Abschnitten vorkommen können. Die Flußnapfschnecke Ancylus fluviatlis findet sich zum Beispiel im Quellbach sowie Ober- und Mittellauf des Mittelgebirgsbaches. In diesem Zusammenhang wird sie für alle drei Abschnitte als Charakterart genannt. Ihr Vorkommen ist folglich nur in Kombination mit dem Vorkommen anderer Arten wirklich aussagekräftig.

Insgesamt zeichnen sich die Fließgewässer des Untersuchungsraumes durch eine günstige Sauerstoffversorgung und ähnlichen Untergrund aus, sodass bei einem ungestörten Bach die Wassertemperatur als entscheidender Faktor für die Zusammensetzung der Tiergemeinschaften (Zoozönosen) in den einzelnen Bachabschnitten angenommen werden muss. Sie beeinflußt die Zusammensetzung der Zoozönosen direkt, da sie bei zunehmender Temperaturamplitude ab dem Bachmittellauf kaltstenotherme Arten ausschließt (vgl. hierzu FEY 1996).  Als kaltstenotherm werden Arten bezeichnet, welche hinsichtlich des abiotischen Standortfaktors Temperatur einen relativ engen Toleranzbereich aufweisen und bei dauerhaft warmen Temperaturen kein Auskommen finden. Beispiele für kaltstenotherme Arten sauerländischer Bäche sind zum Beispiel der Große Uferbold Dinocras cephalotes, die Groppe Cottus gobio und die Bachforelle Salmo trutta fario. Abbildung 17 zeigt jeweils ein Exemplar des Großen Uferboldes und der Groppe aus dem oben abgebildeten Abschnitt der Brachtenbecke bei Altena.

Abb. 17: Groppe (1) und Großer Uferbold (2). Beide Arten sind typische Bewohner der Quell- und Forellenregion sauerländischer Bäche. Sie sind kaltstenotherm und wie viele andere Bachbewohner relativ stark abgeflacht, was einem möglichen Verdriften durch die starke Strömung des Baches entgegenwirkt. Fundort: Brachtenbecke, 06.05.11. Foto: Chr. Schwerdt.

Die Wassertemperatur bestimmt jedoch auch die Nahrhungsverfügbarkeit für Tiere und den Nährstoffgehalt des Bachwassers. Von der Quellregion bis zum Bachmittellauf ist die Wassertemperatur so gering, dass sich das Laub der am Bachrand stehenden Bäume (zum Beispiel Alnus glutinosa) zusammen mit Totholz im Bach ablagert. Auf diese Art entstehen viele kleine Kolke, in die besonders bei hohem Wasserstand noch zusätzliches Laub eingeschwämmt wird. Das Laub staut sich schließlich am Abfluss des Kolkes und bildet zusammen mit Zweigen und Ästen Ansammlungen unzersetzten organischen Materials. Laub und Zweige werden infolge der geringen Temperaturamplitude auch im Sommer nur langsam zersetzt, sodass das Wasser in der Quell- und Forellenregion in der Regel arm an Nährstoffen ist. Diese allgemeine Nährstoffarmut gilt freilich nicht für Quellstaue und Bachabschnitte im Intensivgrünland, welche als Viehtränken genutzt werden. Ausserhalb solcher Bereiche sorgt sie aber zusammen mit anderen Faktoren wie der relativen Unruhe des Untergrundes dafür, dass Mittelgebirgsbäche meistens relativ artenarm sind. Gleiches gilt wegen der langsamen Zersetzung des abgestorbenen Materials für Arten, die feine organische Materialien aus dem Wasser filtern. Unter diesen Filtrierern finden sich zum Beispiel Muscheln wie die Erbsenmuscheln der Gattung Pisidium. Verhältnismäßig häufig sind hingegen Arten, die grobes organisches Material wie Blätter mit Hilfe ihrer Mundwerkzeuge zerkleinern und Partikel geringerer Größe ausscheiden. Von diesen Zerkleinerern lebt eine ebenfalls verhältnismäßig große Anzahl von Räubern (vgl. FELDMANN 1987), zu denen unter anderen auch Groppe und Uferbold zählen. Nahrungsgrundlage beider Gruppen sind letztlich zumindest überwiegend die in den Bach fallenden Zweige und Blätter.

Durch die skizzierten Umstände ergibt sich für die Tiergemeinschaft eines ungestörten Mittelgebirgsbaches der Quell- und Forellenregion im Untersuchungsraum, das Zerkleinerer und Räuber zahlenmäßig gegenüber Filtrierern und Weidegängern dominieren. Ein Zustand, der sich durch Abwasser- und Warmwassereinleitung sowie intensive Landwirtschaft ändern kann. Kommt es beispielsweise zu einer Abwassereinleitung in einen Mittelgebirgsbach, erhöht sich die Abbaurate organischen Materials erheblich und es kommt zu organischer Belastung des betroffenen Bachabschnittes mit Stoffwechselabbauprodukten wie Nitrat und organischen Partikeln. Durch die Abbauprozesse kann außerdem der Sauerstoffgehalt des Bachwassers herabgesetzt werden. Das Maß dieser Herabsetzung hängt allerdings auch von der Wasserbewegung ab. Durch  eingeleitete organischen Substanzen kann es zu einer Veränderung der Tiergemeinschaft eines Baches kommen. Arten, welche wie die Groppe und der Große Uferbold auf hohe Sauerstoffwerte angewiesen sind und auf organische Belastung empfindlich reagieren, fallen bei einer Abwassereinleitung im nachfolgenden Bachabschnitt aus (vgl. FEY 1996). Diese relativ empfindlichen Arten bezeichnet man als polyoxibiont. Andererseits kann es bei Abwassereinleitung zur Einwanderung von Arten kommen, welche gegenüber organischer Belastung toleranter sind und die eingetragenen organischen Materialien zu nutzen vermögen. Diese Arten finden sich natürlicherweise meist in weiter abwärts gelegenen Flussabschnitten. Unter ihnen sind  neben Zerkleinerern wie der Wasserassel Asellus aquaticus vor allem viele Filtrierer wie die Muscheln Sphaerium corneum und Musculinum lacustre und Weidegänger wie Schnauzenschnecke Bythinia tentaculata. Bei ansteigender organischer Belastung verändert sich also die Tiergemeinschaft eines Bachabschnittes. Ein Umstand, der es erlaubt, von der Zusammensetzung der Tiergemeinschaft ausgehend Rückschlüsse auf die Wasserqualität zu ziehen. Dieses Prinzip ist die Grundlage der biologischen Gewässergütebestimmung und erklärt, warum es möglich ist, die Beschaffenheit eines Bachabschnittes oder eines ganzen Fließgewässers unter Zuhilfenahme faunistischer Befunde zu charakterisieren.

2.8 Stehende Gewässer

Das Sauerland ist von Natur aus arm an natürlichen Stillgewässern. Historisch sind im Untersuchungsraum vor allem drei verschiedene Typen natürlicher stehender Kleingewässer von Bedeutung gewesen (vgl. SCHLÜPMANN et al. 2005):

  • Durch Mäandrierung entstandene teilweise oder ganz abgeschnürte Altarme bzw. Altwässer von Bächen und Flüssen.
  • Biberteiche an größeren Fließgewässern.
  • Suhlen von Rothirschen und Wildschweinen in der Nähe von Quellen, Bächen oder Quellsümpfen.

Von diesen Typen natürlicher Stillgewässer ist eine, der Biberteich, heute vollkommen bedeutungslos, da die letzten Südwestfälischen Biber um 1870 im Gebiet der Möhne gesichtet wurden (ZIMMERMANN 1976). Nebenarme, Altarme und Altwässer sind heute im Allgemeinen selten anzutreffen, da insbesondere die größeren Fließgewässer des Südwestfälischen Berglandes ganz oder teilweise begradigt wurden (SCHLÜPMANN et al. 2005). Einige Altwässer der Lenne finden sich z.B. noch kleinräumig bei Nachrodt-Einsal oder am Stortel zwischen Altena und Werdohl. Generell wird man auf der Suche nach unbegradigten Bachläufen eher in kleinen Seitentälern fündig werden. Gut ausgebildete Bachauen zeigen im Altenaer Raum beispielsweise die Bäche Heimecke und Brachtenbecke. Aufgrund ihrer Lage in engen, tief eingeschnittenen Kerbtälchen und ihrer hohen Fließgeschwindigkeit ist die Neigung dieser kleinen Mittelgebirgsbäche zu mäandrieren jedoch gering (vgl. hierzu auch SCHLÜPMANN et al. 2005). Lediglich die Brachtenbecke zeigt in ihrem Oberlauf einige Abschnitte, welche kleinere Altarme und wenige Lachen als mäanderbedingte Stillgewässer ausbilden. Zwei solcher Lachen sind auf Abb.16 zu sehen.

Im Hagener Raum finden sich einige abgeschnürte Bachmäander beispielsweise im Wannebachtal bei Tiefendorf (SCHLÜPMANN 2003). Manche Altarme von Bächen sind nach eigenen Beobachtungen zum Beispiel im Tal der Brachtenbecke mit Wildschweinsuhlen verzahnt, welche beispielsweise im Altenaer Raum an mehreren Stellen anzutreffen sind und hier den mit Abstand häufigsten der drei oben genannten natürlichen Stillgewässertypen des Südwestfälischen Berglandes darstellen. Auch SCHLÜPMANN et al. 2005 bemerken, dass Wildschwein- bzw. Rothirschsuhlen im Untersuchungsraum heute noch eine gewisse Bedeutung besitzen.

Neben natürlichen Stillgewässern existieren im Sauerland eine Reihe stehender Kleingewässertypen, die vom Menschen geschaffen wurden. Unter ihnen finden sich Quell- und Bachstaue, Kleinweiher und wassergefüllte Wagenspuren auf Forstwegen, welche in der Regel Tümpelcharakter besitzen. Quellstaue, Bachstaue und Kleinweiher werden für verschiedene Zwecke angelegt. Relativ häufig ist eine Nutzung als Viehtränke. Auch das unten abgebildete Gewässer, ein Quellstau bei Nachrodt Einsal, wurde ursprünglich zu diesem Zweck angelegt. Bestandsaufnahmen im Jahre 2011 zeigten, dass sich in dem Gewässer eine arten- und individuenreiche Lebensgemeinschaft eingestellt hat. Neben vier Amphibienarten wurden zwei Fischarten, drei Libellenarten und zahlreiche weitere Wirbellose gefunden. Die Vegetation ist dagegen relativ artenarm. Submers (unter Wasser) findet sich vor allem die kanadische Wasserpest Elodea canadensis. Randlich sind die Blaugrüne Binse Juncus inflexus und die Sumpf-Schwertlilie Iris pseudachorus vertreten.

Abb. 18: Ehemalige Viehtränke bei Nachrodt-Einsal. Limnologisch gesehen handelt es sich bei diesem Gewässer um einen Quellstau. Das Gewässer ist Laichplatz von Grasfrosch, Erdkröte, Berg- und Fadenmolch. An Libellen sind die Blaugrüne Mosaikjungfer Aeshna cyanea, die Frühe Adonislibelle Pyrrhosoma nymphula und die Große Pechlibelle Ischnura elegans vertreten. Foto: Chr. Schwerdt, 02.04.2011.

Der Mensch legte in vergangenen Jahrzehnten neben Viehtränken auch Feuerlöschteiche an. Sie sind ebenfalls den Quell- und Bachstauen zuzuordnen. Auch Feuerlöschteiche können im Südwestfälischen Bergland eine wichtige Bedeutung als Laichgewässer für Amphibien und Libellen besitzen. Ein gutes Beispiel für ein solches Biotop ist ein aufgegebener Feuerlöschteich auf dem Hallenscheid bei Wiblingwerde, welcher auf Abbildung 19 zu sehen ist. Abbildung 20 zeigt einige Tierarten, die in diesem Gewässer vorkommen.

Abb. 19: Ehemaliger Feuerlöschteich auf dem Hallenscheid bei Wiblingwerde. Laichplatz von Grasfrosch, Feuersalamander, Berg- und Fadenmolch. An Libellen findet sich neben Aeshna cyanea die gefährdete Gestreifte Quelljungfer Chordulegaster bidentata. Die Vegetation besteht im Wesentlichen aus dem Flutenden Schwaden Glyceria fluitans und dem Gegenblättrigen Milzkraut Crysoplenium oppositifolium, welche rechts im Bild zu erkennen sind. Foto: Chr. Schwerdt, 28.04.2011.

Abb. 20: Bewohner des Feuerlöschteiches auf dem Hallenscheid bei Wiblingwerde. Oben: Larve der Gestreiften Quelljungfer im Größenvergleich mit einem Bergmolch. Unten: Ansammlung verschiedener Bergmolche. Das oberste, füllig erscheinende Tier ist ein Weibchen. Fotos: Chr. Schwerdt.

Die im Siedlungsbereich nicht selten anzutreffenden Gartenteiche werden von Amphibien und Libellen als Laichplatz genutzt und besitzen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für den Naturschutz. Limnologisch stellen sie meist Kleinweiher da, da sie in der Regel weder Zu- noch Ablauf besitzen, im Laufe des Jahres allerdings auch nicht austrocknen. Da auf dieser Seite bereits ein Beitrag existiert, in dem ein Sauerländischer Gartenteich als Lebensraum und Ökosystem ausführlich vorgestellt wird, möchte ich hier auf diesen Beitrag verweisen:

3 Literaturverzeichnis

FELDMANN, Reiner (2009): Quellen im Sauerland. Anmerkungen zur Flora und Fauna eines landschaftstypischen Lebensraumes. - Sauerland 1: 11-14.

FEY, Jürgen Michael (1996): Biologie am Bach. Praktische Limnologie für Schule und Naturschutz. - Wiesbaden: Quelle & Meyer.

HOFMEISTER, Heinrich (1986): Lebensraum Acker: Pflanzen der Äcker und ihre Ökologie. - Hamburg: Parey.

ROSENBOHM, Günther (1995): Oberes Märkisches Sauerland. Landschaftsführer des Westfälischen Heimatbundes. - Münster: Aschendorff.

4 Artenlisten

5 Glossar

Aminosäure - Aminosäuren sind organische Verbindungen, welche dadurch gekennzeichnet sind, dass sie mindestens eine Aminogruppe und eine Carboxylgruppe besitzen. Eine Gruppe von Aminosäuren, die sog. protinogenen Aminosäuren spielt eine Rolle beim Aufbau von Proteinen, d. h., dass sich Proteine ("Eiweiße") aus proteinogenen Aminosäuren zusammensetzen.

Decarboxylierung - Vorgang, bei dem sich Kohlenstoffdioxid (CO2) von einem Molekül abspaltet.

euryök - Als euryök wird eine Art bezeichnet, die hinsichtlich eines oder mehrerer abiotischer Standortfaktoren einen weiten Toleranzbereich aufweist.

Pionierart - Pflanzenart, die an die Besiedlung neuer, noch vegetationsfreier oder vegetationsarmer Standorte angepasst ist. Im Südwestfälischen Bergland spielen Pionierarten insbesondere bei der Besiedlung von Kahlschlägen und Windwurfflächen eine bedeutsame Rolle.

Symbiose - Beziehung zwischen zwei Arten, die für beide Seiten bzw. Partner von Vorteil ist.

6 Bilder und Dank

Sebastian Mildenberger danke ich für das Bild des Eichenfarnes. Darüber hinaus gilt mein Dank allen Bildautoren, deren Namen direkt bei den Bildern genannt werden.

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. April 2014 um 19:46 Uhr