Einführung in die Biologie der Molchgattung Cynops (TSCHUDI 1838) sowie Anmerkungen
zur Haltung und Nachzucht im Aquarium



1. Einleitung
Die asiatischen Feuerbauchmolche der Gattung Cynops sind in Europa vor allem als Heimtiere bekannt. Dem entsprechend hat es in den letzten Jahrzehnten einige interessante Publikationen zu diesen asiatischen Salamandriden gegeben (z.B. BACHHAUSEN 1998, BACHHAUSEN 2003a,b & c, FRANZEN & FRANZEN 2005). Ihr inhaltlicher Schwerpunkt liegt meist in Hinweisen zu Haltung und Nachzucht, außerdem in Anmerkungen zu Morphologie und Verhalten.
Unsere Kenntnisse über Systematik, Verbreitungsgebiete und Phänologie der einzelnen Cynops-Arten sind unterschiedlich und im allgemeinen für die japanischen Arten besser untersucht (FRANZEN & FRANZEN 2005). Der Sammlung und Aufbereitung feldherpetologischer Kenntnisse stehen enorme sprachliche und räumliche Barrieren gegenüber. Immerhin zu inneren und äusseren Systematik der Gattung sind mittlerweile eine Anzahl deutsch- und englischsprachiger Puplikationen verfügbar (z. B. SCHOLZ. 1995, SCHOLZ 2002, ZHANG et al. 2008). Aufgabe des vorliegenden Berichtes ist es, einen Überblick zur akutuellen Systematik, Morphologie, Verhalten, Haltung und Nachzucht von Cynops zu geben. Eine Auswahl für die Erforschung der Gattung relevanter Literatur soll in kompakter Form zusammengefasst und, soweit möglich, durch eigene Beobachtungen und Erfahrungen im langjährigen Umgang mit Gattungsvertretern ergänzt werden.
2. Äussere und innere Systematik
Die Gattung Cynops zählt zur Familie der echten Salamander und Molche, den Salamandridae. Gemeinsam abgeleitete morphologische Merkmale der Familie sind opisthocoele Wirbel und ihre charakteristische Bezahnung (SCHOLZ 2002). Unter opisthocoelen Wirbeln versteht man Wirbel, welche zur Massenersparniss auf der Rückseite konkav ausgehöhlt sind. Die Munddachbezahnung der Salamandriden verläuft wie ein auf dem Kopf stehendes V, daher läuft sie von distal nach proximal zusammen und die Zahnleisten sind an der Kopfspitze am weitesten voneinander entfernt (Längszahnmolche). Schwesterngruppe der Salamandriden sind nach SCHOLZ (2002) die Ambystomatidae (Querzahnmolche).
Schon relativ früh wurde klar, dass die nächsten Verwandten von Cynops nicht unter den europäischen Wassermolchen der ehemaligen Gattung Triturus zu suchen sind. Dies wurde zurnächst aufgrund von Konvergenzen in äusser Gestalt und im Balzverhalten angenommen (vgl. FRANZEN & FRANZEN 2005). Sowohl morphologische (z.B. SCHOLZ 1995 & 2002) als auch molekulargenetische Studien (z.B. ZHANG et al. 2008) stellen die Feuerbauchmolche heute in die Nähe der asiatischen Gattungen Pachytriton, Laotriton und Paramesotriton. Die Gattung Laotriton ist hierbei monotypisch. Ihr einziger Vertreter Laotriton laoensis wurde früher zu Paramesotriton gestellt (Paul BACHHAUSEN, mdl. Mitteilung).
SCHOLZ (2002) nennt als Apomorphie für die Gruppe Pachytriton, Paramesotriton und Cynops die eigenständige schwarze Bauchzeichnung dieser Gattungen. Paramesotriton wird weiterhin Cynops als Schwesterngruppe gegenübergestellt. Dies wird mit dem fünfeckigen Rumpfquerschnitt beider Taxa begründet sowie mit der Beschaffenheit ihrer Neuralleiste. Die Neuralleiste entsteht während der Ontogenese aus dem Ektoderm und ist Vorläuferin des Neuralrohrs der Chrodaten. Sie wird bei den beiden genannten Taxa kräftig und hoch ausgebildet und besitzt weiterhin breite Dreiecksflächen. Die Monophylie von Cynops wird schließlich wiederum mit einem Zeichnungsmerkmal begründet: Die Ventralfarbe erstreckt sich bis in den Mundwinkelboden, wo ein charakteristischer Mundwinkelfleck ausgebildet wird.
Die von SCHOLZ (1995 & 2002) aufgestellte Phylogenie der Gruppe um Cynops wird durch molekulargenetische Studien teilweise gestüzt. ZHANG et al. (2008) untersuchten vollständige mtDNA-Sequenzen der Salamandridae. Sie postulieren ebenfalls die Monophylie der Gruppe Pachytriton-Paramesotriton-Cynops, stellen allerdings Paramesotriton (incl. Paramesotriton respekt. Laotriton laoensis) Pachytriton als Schwesterntaxon gegenüber.

Abb.1: Die nahe Verwandtschaft der ostasiatischen Molchgattungen Paramesotriton und Pachytriton mit Cynops ist sowohl molekulargenetisch als auch morphologisch gut begründet. Hier: Paramesotriton deloustali, Ventralansicht. Foto: Paul Bachhausen.
Bezüglich der inneren Systematik von Cynops ist es sinnvoll, vor Analyse der systematischen Literatur zurnächst festzustellen, welche Taxa derzeit anerkannt werden. Aktuell ist dabei von 8 Arten auszugehen (Vgl. BACHHAUSEN 2003a, FRANZEN & FRANZEN 2005, ZHANG et al. 2008, WU et alt. 2010). Es sind dies:
- Cynops chenggongensis KOU & XING 1983
- Cynops cyanurus LIU et al. 1962
- Cynops ensicauda HALLOWELL 1861
- Cynops fudingensis WU et al. 2010
- Cynops orientalis DAVID 1873
- Cynops orphicus RISCH 1983
- Cynops pyrrhogaster BOIE 1826
- Cynops wolterstorffi BOULENGER 1905
Eine neunte Art, Cynops shataukokensis FREYTAG & EBERHARD 1977, wird derzeit nicht mehr als valide angesehen und gilt gemeinhin als Synonym von Cynops pyrrhogaster (FRANZEN & FRANZEN 2005, Paul BACHHAUSEN, mdl. Mitteilung).
Innerhalb der Gattung Cynops werden heute in der Regel die beiden japanischen Arten Cynops ensicauda und Cynops pyrrhogaster den übrigen, auf dem chinesischen Festland verbreiteten Arten als Schwesterngruppe gegenübergestellt (ZHANG et al. 2008, WHU et al. 2010). Die chinesischen Gattungsvertreter stellen nach den genannten Autoren folglich ein Monophylum dar, in welchem wiederrum zwei Schwesterntaxa postuliert werden: Eine westchinesische Gruppe um Cynops cyanurus als Schwestergruppe der ostchinesischen Arten Cynops orientalis, Cynops orphicus und der erst 2010 neu beschriebenen Art Cynops fudingensis. Die genannten Arten werden unter Punkt 3. einzeln vorgestellt. Dabei soll jedoch auch auf Unterarten sowie morphologisch, biochemisch und zum Teil auch verhaltensbiologisch differenzierte Lokalformen eingegangen werden, wie sie beispielsweise bei Cynops pyrrhogaster zahlreich auftreten.
3. Beschreibung der Arten und Formen
3.1 Cynops pyrrhogaster BOIE 1826
Charakteristik: Mittelgroßer, robuster Wassermolch, welcher zwei Unterarten sowie zahlreiche morphologisch und biochemisch differenzierbare Lokalformen ausbildet (vgl. unten). Haut grob gekörnt, Parotiden stark ausgebildet. Männchen mit Schwanzsaum und häufig mit langem, Weibchen gelegentlich mit sehr kurzem Schwanzfaden. Bauchfärbung uneinheitlich, jedoch meist schwarze Flecken und Linien verschiedener Ausprägung auf orangenem bis dunkelrotem Grund. Rotanteile der Bauchfärbung im Alter verblassend (Altersmelanismus).
Verbreitung: Auf den Japanischen Hauptinseln Honshu, Shikoku, Kyushu sowie einigen kleineren Inseln.
Innere Systematik: Derzeit sind zwei Unterarten beschrieben. Neben der Nominatform ist dies Cynops pyrrhogaster sasayamae MERTENS 1969 aus dem Kinki-Gebiet von Honshu. Daneben existieren, wie bereits erwähnt, mehrere Lokalformen, welche in Zukunft möglicherweise in den Unterart- oder sogar Artrang erhoben werden könnten (vgl. FRANZEN & FRANZEN 2005). Die Unterarten und Formen werden im Folgenden vorgestellt.
3.1.1 Hiroshima-Form
Verbreitung: Shikoku, Kyushu, Südwest-Honshu. Daneben noch auf den Oki-Inseln, nördlich des Südwest-Endes von Honshu.
Beschreibung: Oberseite dunkel. Männchen ohne bläuliche oder gräuliche Schwanzfärbung. Bauchseite rot und häufig mit wenigen rundlichen Flecken, welche irregulär verteilt sind. Die Bauchfleckung kann auch gänzlich fehlen (BACHHAUSEN 2003a). Der Schwanzfaden beim Männchen ist deutlich ausgebildet.
3.1.2 Cynops pyrrhogaster sasayamae MERTENS 1969
Verbreitung: Kinki Region, West-Honshu.
Charakteristik: Bauchseite häufig mit rot-schwarzer, verworrener Netzzeichnung, seltener mit zwei geschwungenen und verschnörkelten roten Linien. Oberseite schokoladen- bis dunkelbraun. Männchen während der Paarungszeit häufig mit blauer Färbung auf dem Schwanz, seltener auch auf dem Körper. Es kommen nach eigener Beobachtung auch Weibchen mit einigen gelben, grauen oder blauen Flecken auf den Körper und Schwanzflanken vor. Der Schwanzfaden ist deutlich ausgebildet. Auch Weibchen können einen (sehr kurzen) Schwanzfaden besitzen. Die terrestrischen Jungtiere zeichnen sich häufig durch einen hellen Rückenstrich aus.

Abb.2: bei Cynops pyrrhogaster sasayamae legt das Männchen während der Balz einen Hinterfuß auf den Rücken und später auch auf den Hals des Weibchens. Foto: Chr. Schwerdt.
Besonderheiten: Das Paarungsverhalten von Cynops pyrrhogaster, welches im einfachsten Falle jenem von Mesotriton alpestris ähnelt, ist bei dieser Unterart relativ stark abgewandelt (vgl. Abbildung 2).
Anmerkung: Dies ist die terraristisch bedeutsamste Form von Cynops pyrrhogaster, welche nach zeitweisem Importverbot (BACHHAUSEN 2003a) in den letzten Jahren wieder mehrfach in großen Stückzahlen im Zoohandel aufgetaucht ist.
3.1.3 Atsumi-Form
Verbreitung: Atsumi Halbinsel (Süd-Honshu).
Charakteristik: Relativ kleine Form (BACHHAUSEN 2003a). Roter Rückenstrich (ähnlich wie bei Cynops pyrrhogaster sasayamae-Jungtieren) sowie zwei Reihen roter Flecken und Punkte entlang der Flanken. Bauchseite unregelmäßig gefleckt ähnlich der Hiroshima-Rasse. Männchen ohne blaue Brunftzeichnung. Schwanzfaden deutlich ausgeprägt.
Besonderheiten: Nach FRANZEN & FRANZEN (2005) ausschließlich nachtaktiv und daher von anderen Lokalformen der Art ethologisch isoliert.
Anmerkung: Diese Form ist möglicherweise bereits ausgestorben (BACHHAUSEN 2003a).
3.1.4 Kanto-Form ("Kanto-Rundschwanz")
Verbreitung: Kanto-Ebene, Südost-Honshu.
Charakteristisch: Robuste, gedrungen wirkende Form mit abgerundetem Kopf und in beiden Geschlechtern relativ kurzem Schwanz, welcher beim Männchen darüber hinaus noch relativ hoch und im Vergleich mit den anderen Formen relativ abgerundet ist. Ein Schwanzfaden fehlt, der Schwanz kann jedoch im Wiederspruch zum gelegentlich gebrauchten Trivialnahmen mit einer sehr kurzen Spitze in der Mitte des Schwanzendes versehen sein. Oberseite dunkelgrau bis braungrau. Die Ventralseite zeichnet sich durch eine wellenförmig verlaufende, orangerote Zone in der Bauchmitte aus.

Abb.3.: Pärchen der Nord-Kanto Form von Cynops pyrrhogaster. Diese Form ist durch zahlreiche morphologische Besonderheiten charakterisiert. Auffällig ist insbesondere ihr hoher, abgerundeter und relativ kurzer Schwanz. Sie wird in Deutschland leider nur wenig gehalten und meines Wissens auch wenig nachgezüchtet. Foto: Chr. Schwerdt
Besonderheiten: Auch diese Form zeigt ein vom "Standardmuster" abgewandeltes Paarungsverhalten. Es kommt zu einem sogenannten "Paarungsbiß", d.h. das Männchen packt das Weibchen nach Absetzen der Spermatophore für einige Sekunden im Kopfbereich. Im Gegensatz zur SCHILDERUNG von BACHHAUSEN (2003c) wurde dieses Verhalten bei meinen Tieren auch nach nicht erfolgreichen Paarungsversuchen gezeigt.
3.1.5 Süd-Kanto-Form (Kanangawa-Form)
Verbreitung: Südlicher und westlicher Teil der Kanto-Ebene (südlich von Tokio), Südost-Honshu.
Charakteristik: Ähnlich Kanto-Form, jedoch mit ausgeprägtem Schwanzfaden und prozentual zur Körpergröße etwas längerem Schwanz (BACHHAUSEN 2003c).
3.1.6 Tohoku-Form
Verbreitung: Nord-Honshu.
Chrakteristik: Relativ große Form (BACHHAUSEN 2003a). Kopf im Gegensatz zur geographisch benachbarten Nord-Kanto-Form relativ spitz zulaufend. Schwanz relativ lang, mit deutlich ausgeprägtem Schwanzfaden. Blaurote Brunftzeichnung auf dem Schwanz der Männchen schwach ausgebildet. Oberseite braungrau. Bauchfärbung ähnlich den Kanto-Formen.

Abb.4: Etwa drei Jahre altes Pärchen der Tohoku-Form von Cynops pyrrhogaster aus dem Bestand des Verfassers. Das Männchen zeigt eine charakteristische bläuliche Brunftfärbung auf dem Schwanz, welche in ihrer Intensität allerdings nicht an jene von C. p. sasayamae heranreicht. Foto: Chr. Schwerdt.
3.2 Cynops ensicauda HALLOWELL 1861
Charakteristik: Mittelgroßer bis großer, robust wirkender Wassermolch. Adulte Weibchen bis 18cm Gesamtlänge (FRANZEN & FRANZEN 2005). Männchen erheblich kleiner. Oberseite dunkelbraun bis schwarz, je nach Unterart mit heller Körnung oder Flecken unterschiedlichen Charakters. Unterseite orange mit schwarzen Flecken oder mit zwei mehr oder weniger unterbrochenen schwarzen Linien. Parotiden weniger stark hervortretend als bei Cynops pyrrhogaster. Haut weniger rauh als bei Cynops pyrrhogaster, jedoch nicht so glatt wie bei Cynops orientalis.
Verbreitung: RyuKyu-Archipel (Inselgruppen von Amami und Okinawa).
Innere Systematik: Derzeit werden zwei Unterarten unterschieden. Cynops ensicauda ensicauda HALLOWELL 1861 von der Amami Inselgruppe und Cynops ensicauda popei INGER 1947 von der weiter südlich gelegenen Okinawa-Inselgruppe. Vorstellung der beiden Unterarten in 3.2.1 und 3.2.2.
3.2.1 Cynops ensicauda ensicauda HALLOWELL 1861
Verbreitung: Amami-Inselgruppe.

Abb.4.: Weibchen von Cynops ensicauda ensicauda mit für diese Art typischen, unregelmäßigen schwarzen Flecken auf der Bauchseite. Foto: Chr. Schwerdt.
Charakteristik: Von den Parotiden aus verlaufen bei den meisten Exemplaren zwei gelbe oder orangene Längsstreifen parallel zur Wirbelsäule an den Rückenseiten entlang. An den Flanken ist bei vielen Exemplaren eine weiße bis gräuliche feine Körnung auf schwarzem bis dunkelbraunem Grund ausgeprägt. Männchen während der Paarungszeit mit silbrig-bläulicher Schwanzfärbung. Schwanzende zugespitzt, aber ohne Faden.
Anmerkungen: Über die morphologischen Merkmale hinaus liegt zwischen beiden Unterarten auch eine biochemische Differenzierung vor (vgl. FRANZEN & FRANZEN 2005). Über eine verhaltensbiologische Differenzierung der beiden Formen scheint hingegen bisher nichts bekannt geworden zu sein.
3.2.2 Cynops ensicauda popei INGER 1947
Verbreitung: Okinawa-Inselgruppe

Abb.5: Etwa ein Jahr altes Jungtier von Cynops ensicauda popei. Man beachte die silbrigen Flecken an der Flanke und die rote, unterbrochenen, von der Parotide ausgehende Linie. Foto: Paul Bachhausen.
Charakterisik: Von den Parotiden aus verlaufende Längstreifen häufig dunkelorange bis rot, unterbrochen oder auch fehlend. Oberseite meist schwarz. Flanken häufig mit unregelmäßig geformten und unregelmäßig verteilten silbrigen Flecken bedeckt. Diese Flecken können im Alter an Kontrast verlieren (FRANZEN & FRANZEN 2005). Brunftfärbung auf dem Schwanz beim Männchen fehlend.
3.3 Cynops orientalis DAVID 1873

Abb.6.: Cranialansicht eines adulten Männchens von Cynops orientalis. Man beachte die in der Schnauzenregion gehäuften, hellgrauen Rezeptorgruben, welche bei dieser Art üblicherweise gut erkennbar sind. Foto: Chr.Schwerdt.
Charakteristik: Kleiner, jedoch gedrungen wirkender Wassermolch. Gesamtlänge höchstens 10cm (FRANZEN & FRANZEN 2005), meist jedoch darunter. Oberseite schwarz oder grau, Schwanz zuweilen dunkelgrau und oberseits mit einer Reihe rundlicher schwarzer Flecken. Schwanz weiterhin relativ kurz, Schwanzende stumpf. Verwaschene rötliche oder orangene Flecken auf den Flanken kommen selten vor. Bauchseite orange bis rot und mit unregelmäßig verteilten, dunklen Flecken, die selten auch so verwachsen sein können, dass nur eine rote Line in der Bauchmitte übrig bleibt, welche in Richtung der Körperflanken zahlreiche Ausbuchtungen und Schnörkel ausbildet. Kopfbereich mit einer Anzahl regelmäßig verteilter, hellgrauer Rezeptorgruben. Parotiden schwach ausgebildet. Haut relativ glatt.
Verbreitung: Ostchina, vor allem in den Provinzen Zhejiang und Anhui. Eine aktuelle Verbreitungskarte liefern WU et al. (2010).
Innere Systematik: Derzeit sind keine Unterarten beschrieben. FRANZEN & FRANZEN weisen allerdings auf eine gewisse Variabilität der innerartlichen Färbungsparameta hin. Nach eigenen Beobachtungen sind die Tiere jedoch in der Lage, die Farbe ihrer Oberseite innerhalb kurzer Zeit zu wechseln und damit oberseits entweder schwarz oder gräulich zu erscheinen. Dieses Phänomen wird von Paul BACHHAUSEN (mdl. Mitteilung) bestätigt.
WU et al. (2010) stellten mithilfe von mtDNA-Analysen fest, dass die von ihnen untersuchten Cynops orientalis-Populationen eine beachtliche molekulare Variabilität aufwiesen. Die genetische Differenz innerhalb der Artvertreter war höher als jene zwischen Cynops orientalis und Cynops fudingensis. Cynops orientalis ist somit möglicherweise paraphyletisch.
3.4 Cynops orphicus RISCH 1983
Charakteristik: Kleiner bis mittelgroßer Wassermolch, höchste bekannte Gesamtlänge nach BACHHAUSEN (2003a) 11,59cm bei einem adulten Weibchen. Oberseite braun, Ventralseite dunkel mit einem zentralen orangenen Band, das zu den Flanken hin zahlreiche schnörkelige Ausläufer bildet. Diese Bauchzeichnung konnte ich auch bei einigen Exemplaren von C. orientalis beobachten (vgl. oben).
Verbreitung: Süd-China: Umgebung von Dayang, Shantou Region, Provinz Guangdong (BACHHAUSEN 2003a).
Innere Systematik: Unklar. In der untersuchten Literatur habe ich nichts über Unterarten oder Lokalformen dieser Art gefunden. WU et al. (2010) untersuchten Vertreter dieser Art von zwei Standorten. Ihr Ergebnis stützt die Monophylie der Art, jedoch ist die Systematik der Gruppe Cynops orientalis-Cynops orphicus-Cynops fudingensis aufgrund der möglichen Paraphylie von C. orientalis noch nicht abschließend geklärt (vgl. oben).
3.5 Cynops fudingensis WU et al. 2010
Charakteristik: Kleiner Wassermolch. Gesamtlänge für gewöhnlich geringer als 10cm (WU et al. 2010). Oberseite bräunlich-gelb mit einer hellen, meist orangenen Rückenlinie. Unterseite orange, im Unterschied zu den beiden vorangegangenen Arten fleckenlos oder mit wenigen Flecken z.B. in der Kehlregion. Schwanz gelegentlich mit einigen unregelmäßigen dunklen Flecken. Haut rauher als bei Cynops orientalis. Parotiden schwach ausgebildet.
Verbreitung: Südost-China. Umgebung von Fuding, Provinz Fujian.
Innere Systematik: Derzeit sind keine Unterarten beschrieben. Zur Ergotaxonomie der Gruppe Cynops orientalis-Cynops orphicus-Cynops fudingensis vgl. 3.3 und 3.4.
3.6 Cynops cyanurus LIU et al. 1983
Charakteristik: Mittelgroßer, robuster Wassermolch. Gesamtlänge bis etwa 12cm. Oberseite grau oder graublau, oft mit orangener oder roter Mittellinie. Eine Reihe roter Flecken parallel zur Rückenlinie kann vorkommen, aber auch fehlen oder auf wenige Flecken reduziert sein. Unterseite orange bis rot, mit unregelmäßigen schwarzen Flecken und Linien bedeckt, welche auch verbunden sein können. Schwanzende rundlich. Männchen mit einer charakteristischen, bläulich-silbrigen Brunftzeichnung auf dem Schwanz, von der in der unteren Schwanzhälfte eine Reihe dunkler Flecken abgesetzt ist.
Verbreitung: Gebirgsregionen der südwestchinesischen Provinzen Guizhou und Yunnan (FRANZEN & FRANZEN 2005).

Abb.7.: Gruppe Cynops cyanurus yunnanensis. Man beachte die variable Färbung der Oberseite sowie die beim linken Exemplar besonders gut erkennbare, für die Art typische orangene Rückenlinie. Foto: Chr.Schwerdt, 21.08.10. Besitzer der Tiere: Paul Bachhausen.
Innere Systematik: Von Cynops cyanurus sind zwei Unterarten bekannt. Neben der Nominatform ist Cynops cyanurus yunnanensis YANG 1983 aus Nordost-Yunnan beschrieben (BACHHAUSEN 2003a). Nach FRANZEN & FRANZEN (2005) ist der Status dieser Unterart in Abgrenzung zur Nominatform allerdings umstritten. Genaue Gründe hierfür werden von den Autoren nicht angegeben.
3.7 Cynops chenggongensis KHOU & YING 1983
Charakteristik: Die Art ähnelt Cynops cyanurus , unterscheidet sich von letzterem allerdings durch einige morphologische Merkmale, vor allem durch eine stets vorhandene Reihe roter Flecken parallel verlaufend zur bei dieser Art nur undeutlich ausgebildeten Rückenleiste (FRANZEN & FRANZEN 2005). Insgesamt erscheinen diese, in der Erstbeschreibung angeführten Merkmale aber recht schwammig und der Status der Verwandtschaftsbeziehung zwischen Cynops chenggongensis und Cynops cyanurus entbehrt einer abschließenden Klärung.
Verbreitung: West-China, Provinz Yunnan.
Innere Systematik: Derzeit sind vermutlich keine Unterarten beschrieben.
3.8 Cynops wolterstorffi BOULENGER 1905
Charakteristik: Großer, robuster Wassermolch mit einer starken Neigung zur Pädomorphose. Morpholgie sonst im wesentlichen ähnlich Cynops cyanurus (FRANZEN & FRANZEN 2005).
Verbreitung: Endemisch im Kunming-Lake, Provinz Yunnan, West-China, jedoch möglicherweise bereits ausgestorben (vgl. BACHHAUSEN 2003a, FRANZEN & FRANZEN 2005).
Innere Systematik: Die innere Systematik dieser auf ein extrem kleines Verbreitungsgebiet beschränkten Art wird vermutlich ebensowenig zu klären sein wie ihre phylogenetische Beziehung zu Cynops cyanurus. Dies liegt vor allem daran, dass sie wahrscheinlich 1979 zum letzten Mal nachgewiesen wurde (vgl. oben).
4. Haltung
4.1 Vorbemerkungen
Die Haltung von adulten Feuerbauchmolchen ähnelt grundsätzlich der anderer primär stillgewässerbewohnender Molche, wie zum Beispiel dem Apuanischen Bergmolch, Mesotriton alpestris apuanus. Allerdings leben die Jungtiere der meisten Cynops-Arten nach der Metamorphose eine Zeit lang an Land. Dieser Lebensabschnitt dient der Artverbreitung, da es den terrestrischen Jungtieren möglich ist, bis zur Geschlechtsreife potentielle neue Fortpflanzungsgewässer zu erschließen. Für den Molchfreund ergibt sich daraus, dass juvenile und adulte Feuerbauchmolche jeweils anders zu halten sind. Diese Haltungsanforderungen und ihre Umsetzung werden in den Abschnitten 4.2 und 4.3 vogestellt. Abschnitt 5 beschäftigt sich dagegen mit allen Aspekten, welche die Nachzucht von Cynops betreffen.
Für manchen Leser wird sich an dieser Stelle jedoch zuerst noch eine andere wichtige Frage stellen: Wie bekommt man Feuerbauchmolche?
Baumärkte und Zoohandel sind, wie ich bereits öfter feststellen mußte, mit der Haltung dieser Tiere oft vollkommen überfordert. Die angebotenen Molche, meistens handelt es sich um Cynops orientalis, stammen darüber hinaus meist aus Massenimporten, sind geschwächt und/oder mit Parasiten belastet (vgl. auch FRANZEN & FRANZEN 2005).
Eine Alternative ist der Bezug von einem Züchter. Züchterverzeichnisse findet man zum Beispiel auf der Homepage der AG Urodela. Darüber hinaus lohnt sich für jeden Molchfreund eine Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT e.V.). Mit der Mitgliedschaft erhält man nicht nur Zugriff auf eine breite Literaturbasis, sondern auch auf das Online-Anzeigenjournal der DGHT, wo gelegentlich seriöse Liebhaber Nachzuchten von Cynops anbieten. Eine weitere interessante Anlaufstelle ist das Molch-Register zur Gattung Cynops, welches von Paul Bachhausen verwaltet wird und der Vernetzung von Herpetologen, Haltern und Züchtern dient, welche sich mit dieser Gattung beschäftigen.
In der Regel wird man von einem Züchter terrestrisch, d.h. ausserhalb des Wassers lebende Jungtiere bekommen. Der erste Abschnitt des Haltungsberichtes beschäftigt sich daher mit ihrer Aufzucht und ihrem Übergang zum Wasserleben.
4.2 Juvenile Feuerbauchmolche
Wie bereits erwähnt, sind die Jugendstadien der in Europa gehaltenen Cynops-Arten überwiegend landlebend. Eine Ausnahme stellt in dieser Hinsicht Cynops cyanurus dar, welcher ähnlich wie z.B. Mesotriton alpestris apuanus in der Regel auf einen terrestrischen Lebensabschnitt verzichtet. Für die anderen Arten empfielt es sich allerdings, vor Erhalt einer Gruppe von Nachzuchttieren ein Aqua-Terrarium einzurichten. Abbildung 8. zeigt ein solches Aqua-Terrarium, welches ich für die Aufzucht meiner Nachzuchten von Cynops orientalis verwende.

Abb. 8: Aqua-Terrarium für die Aufzucht juveniler Cynops orientalis. Land- und Wasserteil sind durch zwei größere Steine voneinander getrennt. Wie zu erkennen ist, halten sich die im Februar und März 2010 metamophorsierten Jungtiere bereits in beiden Bereichen auf. Foto: Chr. Schwerdt, 23.08.10.
Bei der Einrichtung der Jungmolch-Becken muß beachtet werden, dass die Jungtiere in den ersten Wochen bis Monaten nach der Metamorphose oftmals eine recht trockene, samtig anmutende "Landhaut" ausbilden. Während dieser Zeit halten sie sich aber nicht nur in relativ trockenen Bereichen auf, wie es z.B. bei den Jungmolchen von Lissotriton vulgaris überwiegend der Fall ist, sondern sind auch immer wieder in feuchten oder sogar nassen Beckenregionen zu finden. Daher sollte man im Aqua-Terrarium einen Feuchtigkeitsgradienten von nassen, sowie feuchten bis trockenen Bereichen aufbauen. Ich erreiche dies in Aufzuchtterrarien durch eine unterschiedlich hohe Drainageschicht aus Aquarienkies mittlerer Körnung (vgl. Abb. 8). Links ist die Schicht niedrig, so dass ein max. 2cm tiefer Wasserteil gebildet wird. Durch einige Pflanzen wie Javamoos oder Wasserpest schafft man hier Strukturen, sodass die Molche sich im Wasser verstecken können. Vor allem aber dienen ihnen die Pflanzen zum festhalten und ausruhen, da sich Jungmolche, auch wenn sie das flache Wasser aufsuchen, oftmals als wenig geschickte Schwimmer erweisen.
Zur Mitte hin wird die Kiesschicht langsam höher und mit Hilfe eines rundlichen, aber rauhen und daher gut kletterbaren, sowie eines flachen Steines ist den Jungmolchen ein bequemes Wechseln zwischen Land-und Wasserteil möglich. Kurz hinter den Steinen ist der Kies noch sehr feucht, nach rechts hin wird er trockener. An Land verbergen sich die Molche unter einem Korkstück, sind aber auch tagsüber regelmäßig zu sehen.
Während der Aufzucht der juvenilen Molche wird man in der Regel beobachten, dass sie mit zunehmender größe feuchtere Beckenbereiche sowie den Wasserteil immer häufiger aufsuchen. Nach eigener Erfahrung geschieht das zunächst überwiegend nachts, ab etwa fünf Monaten nach der Metamorphose auch zunehmend tagsüber und auch zeitlich ausgedehnter. Es bietet sich dann auch an, die Molche im Wasserteil zu füttern, womit wir beim nächsten Aspekt ihrer Pflege angekommen wären.
Grundsätzlich versuche ich, bei der Fütterung meiner Molche möglichst große Abwechslung an Futtertieren zu bieten. Cynops sind ähnlich wie unsere heimischen Tritonen Nahrungsgeneralisten, welche eine breite Palette insbesondere von Invertebraten erbeuten.
Ich füttere meine landlebenden Jungtiere von Cynops im Wechsel überwiegend mit folgenden Organismen:
- Jungtiere der Kellerassel Pocellio scaber
- Jungtiere der Mauerassel Oniscus asellus
- Jungtiere und später auch Adulti von Philoscia muscorum
- Blattläuse
- Ofenfischchen
Die meisten dieser Futtertiere sammle ich in dem Hausgarten meiner Eltern. Asseln lassen sich hervorragend durch das Auslegen von Weißtorfsoden anlocken. Sobald sich die i.d.R. trocken bezogenen Soden durch Regen vollgesogen haben, erscheinen an ihrer Unterseite meistens nach kurzer Zeit zahlreiche dieser lichtscheuen Ranzenkrebse. Sie lassen sich dann z.B. mit einer Federstahlpinzette vom Torf absammeln und lebend in das Aquaterrarium der Jungmolche verbringen, wo die meisten von ihnen oft rasch gefressen werden. Einige Asseln jedoch enkommen dem ersten Ansturm der Molche, setzen sich meist im Kork fest und bilden somit eine potentielle Futterreserve für die nächsten Wochen.
Blattläuse sind über die Sommermonate an verschiedenen Zierpflanzen anzutreffen. Sie werden von Molchen geeigneter Größe ebenfalls sehr gerne gefressen. Ich sähe zu diesem Zweck einige Samen der Kapuzinerkresse Tropaeulum majus in einen Kübel und verbringe ihn an einen sonnigen Standort. Bei milden Temperaturen und regelmäßiger Wässerung erweist sich diese Pflanze als rasch keimend und schnellwüchsig. Die Jungpflanzen werden in der Regel nach 1-2 Wochen von Blattläusen befallen, welche sich an den Stengeln sowie Blattunterseiten in dichten Kolonien festsetzen. Für die Pflanze ergibt sich dadurch ein Fitnessnachteil, trotzdem wächst sie in der Regel schnell weiter und blüht auch. Es bietet sich für unsere Molche nun an, mit Läusen besetzte Stengelabschnitte oder Blätter in den Landteil des Aqua-Terrariums zu verbringen. Dort erscheinen dann meist schnell die Jungmolche und fressen sie gierig.
Auch Ofenfischchen werden gerne gefressen. Man kann sie im Futtertierhandel beziehen (z.B. www.Kerf.de). Sie haben allerdings den großen Nachteil, durch ihre schnellen, aber unbeholfenen Bewegungen oft nach kurzer Zeit in den Wasserteil des Beckens zu gelangen und dort zu etrinken. Da sie dann, wenn sie nicht z.B. durch Posthornschnecken verwertet werden, vergammeln, muß man den Wasserteil regelmäßig auf ertrunkene Ofenfischchen kontrollieren und diese ggf. entfernen.
FRANZEN & FRANZEN (2005) empfehlen ausserdem Fruchtfliegen (Drosophila) und Microheimchen als Futtertiere. Auch bei diesen, bes. den Microheimchen, besteht jedoch das Risiko, dass sie im Wasserteil des Behälters verenden und in der Folge das Wasser belasten. An dieser Stelle ist es daher sinnvoll, auf Reinigung und Wartung von Aquaterrarien für Jungmolche einzugehen. Hierbei gilt, wie auch bei der Haltung von adulten Molchen selbstverständlich, dass nicht gefressene Futterreste spätestens nach einigen Stunden abzusaugen sind. Aufgetaute rote Mückenlarven (vgl. unten) oder ins Wasser gefallene Ofenfischchen z.B. können recht schnell gammeln (vgl. oben). Weiterhin führe ich bei meinen Aufzuchtbecken einen wöchtentlichen Teilwasserwechsel durch, um Stoffwechselentprodukte wie Nitrate aus dem Wasser zu entfernen.
Dafür überspüle ich zunächst den Landteil mit einer kleinen Gießkanne, so dass z.B. Molchkot in den Wasserteil gespült wird, wo er anschließend abgesaugt werden kann. Schließlich wird mit Frischwasser wieder aufgefüllt. Natürlich muß bei dem Vorgang darauf geachtet werden, das die Molche nicht verletzt werden oder in Panik geraten. Man sollte sie nach einem Wasserwechsel vorsichtshalber noch eine Weile beobachten. Nitrate und andere organische Verbindungen, welche durch die Stoffwechselaktivität der Molche und den Abbau von Futterresten entstehen, werden außerdem durch die Pflanzen im Behälter abgebaut.
Will man Molchbecken bepflanzen, benötigt man allerdings auch eine gewisse Beleuchtung. Auf Abb.8. ist eine Aufliegeleuchte zu erkennen, wie sie normalerweise für Vogelspinnenterrarien verwandt wird. Als Leuchtmittel dient eine 8w-Energiesparlampe, welche wenig Wärme, aber ein für Pflanzenwachstum geeignetes Licht abgibt. Backofenbirnen sollten hingegen vermieden werden, da sie mehr Wärme erzeugen, welche von den Molchen nicht geschätzt wird.
Sieht man die Molche nach und nach auch häufiger tagsüber im Wasserteil, so kann man sie auch dort füttern. Als Futterorganismen bieten sich hier verschiedene limnische (süßwasserbewohnende) Invertebraten an, welche lebend oder als Frostfutter angeboten werden können. Ich verwende dazu je nach Verfügbarkeit kleine Bachflohkrebse (Gammarus fossarum), lebende Schwarze Mückenlarven, lebende Rote Mückenlarven, Cyclops und Daphnia pulex. Sind solche Organismen nicht verfügbar, kann man auf gefrorene Rote Mückenlarven zurückgreifen. Von diesen sollte man bei wenigen kleinen Molchen jedoch keinesfalls einen ganzen Würfel ins Wasser geben. Vielmehr bietet es sich an, den Würfel mit einer langen Pinzette ein paar mal im Wasserteil zu schwenken, sodass einige Mückenlarven ins Wasser abgegeben werden, jedenfalls nur so viele, wie von den Molchen auch tatsächlich gefressen werden. Die genaue Menge des benötigten Frostfutters ist hier natürlich von Größe und Anzahl der Jungtiere abhängig und muß von jedem Pfleger erst durch Beobachtung ermittelt werden.
Sobald Jungtiere von Cynops mit fortschreitender Zeit und Wachstum die allermeiste Zeit des Tages im Wasser anzutreffen sind, kann man sie allmählich an ein Leben im Aquarium gewöhnen. Dazu erhöht man den Wasserstand im Aquatterarium langsam, behält aber das Korkstück und bringt mehr Pflanzen ein, damit den Molchen Halt an der Wasseroberfläche und ein trockener Platz zum Ausruhen weiterhin zur Verfügung stehen. Während dieser Zeit, aber auch bereits vorher muß schließlich noch an eine geeignete Ausbruchssicherung des Behälters gedacht werden. Ich verwende dazu Streifen aus durchsichtigem Klebeband, welche auf die Beckenkanten geklebt werden und von ihnen aus mindestens 5cm nach innen reichen (vgl. Abb. 9). Prinzipiell sind aber auch entsprechende Glasstege denkbar.

Abb.9: Streifen aus durchsichtigem Klebeband können als Ausbruchssicherung in Molchbecken dienen. Foto: Chr. Schwerdt.
Solange sich Feuerbauchmolche wohlfühlen, ist ihre Tendenz, das Becken zu verlassen, gering. Allerdings können sie durch Eingriffe oder Hantieren am Behälter kurzzeitig verunsichert werden und am Glas emporklettern, sodass eine Sicherung gegen Entkommen als Vorsichtsmaßnahme keinesfalls überflüssig ist. Dies gilt selbstverständlich auch für ältere Exemplare, auf deren Haltung im Folgenden eingegangen werden soll.
4.3 Semiadulte und adulte Exemplare
5. Nachzucht
5.1 Stimulation der Fortpflanzung
5.2 Fortpflanzungsverhalten
5.3 Eiablage und Eientwicklung
5.4 Larvenaufzucht und Metamorphose
6. Glossar
Apomorphie, von einem Taxon, z.B. einer Art gegenüber seinem Vorfahren abgeleitetes bzw. neu erworbenes Merkmal. Eine Apomorphie der Säugetiere wäre zum Beispiel der Besitz von Milchdrüsen.
Invertebraten, Sammelbezeichnung für alle Tiere ohne Wirbelsäule.
Monophylum, Gruppe von Taxa (z.B. von Arten), welche auf eine gemeinsame Stammform zurückgeht. Seine Zusammengehörigkeit z.B. als Gattung muß durch den Besitz gemeinsam erworbener Merkmale (Apomorphien) begründet sein.
Morphologie, Methode und Teilwissenschaft von Ökologie und Systematik, welche sich mit der Untersuchung der Körperbeschaffenheit von Organismen beschäftigt.
Parotiden, am Hinterkopf gelegene "Ohrdrüsen" der Amphibien, welche alkaloidhaltige Sektrete sezernieren. Diese Sektrete dienen der Immun- und Feindabwehr.
MtRNA, DNA der Mitochondrien, welche meist in plasmidähnlichen Molekülen vorliegt, ausschließlich maternal vererbt wird und für systematische Untersuchungen verwendet werden kann. Mitochondrien sind Zellorganellen, die für den Energiehaushalt der Zelle von Bedeutung sind. An ihrer inneren Membran läuft der Citratcyclus ab.
Taxon, wissenschaftliche Bezeichnung für eine systematische Einheit, z.B. Art, Familie oder Ordnung.
7. Literatur
BACHHAUSEN, P. (1998): Der Chinesische Zwergmolch. Ein dankbarer Pflegling für die voll aquatische Urodelenhaltung. - Elaphe 6 (1): 13-16.
BACHHAUSEN, P. (2003a): Die Feuerbauchmolche der Gattung Cynops. Teil 1. Haltung und Arten. - Reptilia 38 7 (6): 61-72.
BACHHAUSEN, P. (2003b): Die Feuerbauchmolche der Gattung Cynops. Teil 2. Nachzucht und Molch-Register. - Reptilia 39 8 (1): 72-77.
BACHHAUSEN, P. (2003c): Beobachtungen zum Paarungsverhalten von Cynops pyrrhogaster aus der Kanto-Ebene. - Amphibia 2 (2): 7-10.
FRANZEN, M. & FRANZEN, U. (2005): Feuerbauchmolche. Pflege und Zucht. - Offenbach: Herpeton.
SCHOLZ, K.-P. (2002): Pädomorphe Merkmale im Kopfskelett von Salamandriden. Heterochronie als Folge von Lebenszyklusstrategien. - Bielefeld: Laurenti.
SCHOLZ, K.-P. (1995): Zur Stammesgeschichte der Salamandridae Gray 1825. Eine kladistische Analyse anhand von Merkmalen aus Morphologie und Balzverhalten. - Acta Biologica Benrodis 9: 25-75.
WU, Y., WANG, Y., JIANG., K., & HANKEN., J. (2010): A new newt of the genus Cynops (Caudata: Salamandridae) from Fujian Province, southeastern China. - Zootaxa 2346: 42-52.
ZHANG, P., PAPENFUSS, T.J., WAKE, M.H., QU, L., WAKE, D.B. (2008): Phylogeny and biogeography of the family Salamandridae (Amphibia: Caudata) inferred from complete mitochondrial genomes. - Molecular Phylogenetics and Evolution 49: 586 - 597.




Cynops

